fang ‚der Geldschöpfung. Die Staantsgewalt besitzt die Macht, wertlose
Papierzettel zu Gelde zu machen und ihnen einen gewissen Wert nicht
nur beizulegen, sondern diesen Wert auch auf die Dauer aufrechtzuerhalten.
Knapp verwahrt sich dagegen, daß aus seinen Theorien Schlußfolgerungen
 für die Praxis gezogen werden. Theoretiker verhielten. sich zunächst
 ablehnend gegen die Knappsche Theorie. Es wurde — insbesondere
auch von Adolph Wagner, Voigt, Adolf Weber, Diehl,
Lotz, Lansburgh — betont, daß der Schwerpunkt des Geldwesens
eines Landes auf dem Weltmarkt liege, und daß in letzter Linie internationale
 Wirtschaftsgesetze über den Geldwert entscheiden. Eine abstrakte
 Rechnungseinheit genügt nicht; notwendig ist ein Objekt,
das interlokal und intertemporal möglichst wenig Wertschwankungen
unterliegt. An den Grenzen der Staaten hört, soweit sie nicht besondere
Vereinbarungen untereinander getroffen haben, die Geltung der Zahlungsmittel
 auf,
Gegenüber der Behauptung der Nominalisten, daß Gold und Silber in
den Münzen der metallischen Währung als Substanz völlig nebensächlich
seien und ebenfalls n ur die Bedeutung gleichgültigen „Plattenmaterials“
wie beim Papierzettel hätten, und daß auch bei metallischen Währungen
das Edelmetall nicht mehr nach dem Gewicht gebraucht werde (pensatorisch),
 weist G. H. Kaemmerer 1!) darauf hin, daß das Deutsche Reich
im Juni 1921 eine Obligation folgenden Inhalts ausgestellt hat: „Das
Deutsche Reich schuldet dem Inhaber dieser Schuldverschreibung 12 Milliarden
 M in Gold von dem am 1. Januar 1914 gesetzlich bestimmt gewesenen
 Gewicht und Feingehalt“, und fragt dann sehr richtig
weiter: „Wo bleibt da die nominalistische Behauptung, daß wir am 1. Januar
 1914 längst eine rein nominal begriffliche, nicht metallisch definierte
Geldeinheit besaßen, bei der Substanz und Gewicht bedeutungslos waren ?“
Zustimmende Erklärungen kamen, wie Knapp in der 2. Auflage seines
Werkes hervorhebt (abgesehen von seinen Schülern) fast ausschließlich
aus Kreisen der Praktiker. Ausgebaut wurde seine Lehre hauptsächlich
von dem Hamburger Bankdirektor Friedrich Bendixen?), der in
einer Reihe von Schriften die wirtschaftliche Seite erörtert, und von

1) Geld, eine genetische Studie. Berlin 1922. S. 34.
?) Das Inflationsproblem. Stuttgart 1917. — Das Wesen des Geldes, München 1918.
— Währungspolitik und Geldtheorie im Lichte des Weltkrieges. 2, Aufl. München
1919. — Geld und Kapital. Jena 1920.

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