waltig vergrößerten, Zu der eigentlichen Verkümmerung der deutschen Währung
führte dann in seinen Auswirkungen das Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921.
Bine starke Erhöhung des Zahlungsmittelumlaufs bewirkte weiter die Wiedereinführung
 des Warenwechsels im Jahre 1922.
Zu chaotischen Zuständen führte vor allem aber die Ruhrbesetzung im
Jahre 1928. Sie hatte Deutschlands passiven Widerstand zur Folge; die Güter-°TZEUgUNg
 Wurde eingeschränkt, während die zahlreichen /Papiergeldfabriken trotz
Tag- und Nachtschichten zeitweise nieht in der Lage waren, die geforderten Geldmengen
 herzustellen. Je größer die Geldmenge wurde, desto mehr verlor das Geld
an Kaufkraft. Im Auslande hatte die deutsche Mark aufgehört, Zahlungsmittel oder
Wertträger zu sein. Auch im Inlande verlor sie mehr und mehr den Charakter des
Wertträgers, und jedermann suchte, sobald er konnte, die Papiermarkbestände in
Ware umzuwandeln. Alle Inhaber von Forderungen öffentlich-rechtlicher und privater
 Natur wurden zwangsweise enteignet; Millionäre wurden zu Bettlern.

Um ein zerrüttetes Geldwesen in Ordnung zu bringen, gibt es drei Wege:
il. Revalorisation oder Restitution, d. h. volle Wiederherstellung der
ursprünglichen Währungsparität, Das Mittel hierzu ist die künstliche Einangung
 der Umlaufsmittel (Kontraktion), auch Deflation genannt.
Es erfolgt also Einziehung und Vernichtung der vorher willkürlich ausgegebenen
 Geldmenge so weit, bis die Kaufkraft des übrigbleibenden Geldumlaufs
wieder in Übereinstimmung mit dem gesetzlichen Goldäquivalent der Geldsinheit
 gebracht ist.
2. Stabilisierung (Neubefestigung) des Geldwertes auf Grundlage der zur
Zeit der Stabilisierung erreichten Kaufkraft, die auch in den Wechselkursen zum
Ausdruck kommt. Der Geldeinheit wird eine dem Tiefstande entsprechende
neue Parität verliehen; die Geldeinheit wird denominiert. Auch Devalvation
 (Wertminderung der Währung) heißt dieses Verfahren, das die Entwertung
 nicht herbeiführt, sondern nur einen bereits bestehenden Zustand
gesetzlich anerkennt. So verfuhren z. B. Deutschland und Österreich.
3. Stabilisierung mit partieller Revalorisation. Das Verfahren
 unterscheidet sich von dem unter 2. angegebenen (Stabilisierung mit Denominierung)
 nur dadurch, daß die Denominierung nicht so weit geht, d. h. der
neu zu schaffenden Geldeinheit ein höherer Wert als der Glegenwartswert
zugrunde gelegt wird.
Wiedergewinnung des Vertrauens der Geldempfänger im
In-und Auslande ist Zweck ung Ziel jeder Stabilisierung.

Geldmünzen des Deutschen Reiches (Reichsmünzen) sind nach dem
Münzgesetz vom 30. August 1924 — das, im Einklang mit den Bestimmungen
 des Bankgesetzes vom 30. August 1924, eine neue Währungseinheit,
 die Reichsmark (Abkürzung: RM; Abkürzung für die
frühere Mark: M) geschaffen hat: Goldmünzen und Scheidemünzen.

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