vermitteln. Während in Österreich der Scheckverkehr durch ein selbständiges,
 von anderen Verwaltungsorganen unabhängiges Institut, die
Österreichische Postsparkasse !), geleitet wird, bildet er in Deutschland
einen integrierenden Bestandteil der Reichspost.
Im Gegensatz zu Österreich besteht in Deutschland das dezentralisierte
System. Je bequemer das Postscheckamt. dem Kontoinhaber liegt, sagte
man, desto größer wird die Beteiligung sein; doch ist aus fiskalischen
Gründen die Dezentralisation nicht so weitgehend wie in der Schweiz. Zu
weit gehende Dezentralisation kann zu Verzögerungen im Überweisungsund
 Zahlungsverkehr führen.
Die Zahl der Postscheckämter ist infolge der glänzenden Entwicklung
des Postscheckverkehrs — 1928 waren durchschnittlich täglich 1% Millionen
 Buchungen erforderlich —, der die ihm im deutschen Wirtschaftsleben
 auf dem Gebiete des Geldwesens zukommende Aufgabe voll und
ganz erfüllt hat, nach und nach auf 19 erhöht worden. Postscheckämter
bestehen in: Berlin,( Breslau, Dortmund, (Dresden (Erfurt) Essen, Frankfurt
 (Main), Hamburg, Hannover, Karlsruhe (Baden), Köln,(Königsberg
(Pr.), Leipzig, Ludwigshafen (Rhein), (Magdeburg; München, Nürnberg,
(Stettin) Stuttgart.
Das Rechtsverhältnis zwischen dem Kontoinhaber und der Postverwaltung
 beruht auf dem Postscheckvertrag, der dadurch zustande
 kommt, daß der an keine Form gebundene Antrag auf Eröffnung
eines Postscheckkontos bei einem Postscheckamt oder bei einer Postanstalt
 gestellt wird, und daß das Postscheckamt den Antragsteller von der
Eröffnung des Kontos unter Mitteilung der Kontonummer benachrichtigt.
Mit Zahlung der Stammeinlage tritt der Vertrag in Kraft,
Die rechtliche Grundlage des Postscheckverkehrs bildet das Postscheckgesetz
 vom 26. März 1914 und die Postschec kordnung vom 22. Mai
1914. Einschneidende Änderungen brachte das Gesetz vom 25. März 1918.
Die letzte Änderung erfolgte am 22. Juli 1929. Der Postsc heckverkehr
 ist bei weitem der beste Vermittler für kleine

1) Nach dem Bundesgesetz vom 28, Dezember 1926 untersteht die Österreichische
Postsparkasse in Wien dem Bundesminister für Finanzen, Sie ist die Hauptstelle
für den Postspar- und Postscheckverkehr. Ein- und Auszahlungen erfolgen durch die
Postämter. Die Hauptgeschäftszweige der Postsparkassen sind: das Spareinlagegeschäft,
 der Scheckverkehr, der Überweisungsverkehr mit dem Auslande und die
Verwaltung der Wertpapierdepots.

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