1872 wurde in Paris die Chambre de Compensation des
banauiers de Paris, in Wien der Wiener Saldierungsverein
 gegründet; 1883 wurden die ersten Abrechnungsstellen in
Deutschland eröffnet: in Berlin, Hamburg, Frankfurt a. M,,
Köln, Dresden, Leipzig und Stuttgart, nachdem 1850 bereits
ein Abrechnungsverfahren in Berlin durch die Bank des Berliner Kassenvereins
 geschaffen worden war.

2, Organisation der Abrechnungsstellen und Technik des Verfahrens.

In bezug auf die Inhaber von Abrechnungsstellen sind zwei Kategorien
zu unterscheiden: Bei der einen ist der für die Abrechnung gebildete
Verein Eigentümer oder Mieter des Abrechnungshauses, bei der anderen
Gruppe haben nur eins oder wenige Mitglieder die Aufgabe übernommen,
das Abrechnungslokal zu stellen. Zur ersten Gruppe gehören die Mehrzahl
der Abrechnungshäuser der Vereinigten Staaten von Amerika, zur zweiten
Gruppe die Mehrzahl der europäischen Abrechnungsstellen, Die laufenden
Kosten werden überall gemeinsam von den Mitgliedern getragen, und zwar
entweder pro rata des Kapitals bzw. der Umsätze in der Abrechnung, oder
durch eine gleichmäßige Verteilung auf die Mitglieder.
Die Zulassung als Mitglied ist in den einzelnen Ländern und auch
innerhalb eines Landes wieder sehr verschieden. Während in Berlin nur
erste Firmen der Abrechnung angehören, sind bei den. anderen deutschen
Abrechnungsstellen auch mittlere und kleine Bankfirmen Mitglieder.
Überall aber genügt der Widerspruch eines Mitgliedes, um den Antrag
einer neuen Firma, zur Abrechnungsstelle zugelassen zu werden, abzulehnen.


Die Kommpensationsmöglichkeit, d. h. die Zahl der Paare von Abrechnungsfirmen,
 die kompensieren können, ergibt sich nach der Kombinationsformel:
 Z— =, d. h., gehören z. B. der Abrechnungsstelle 20 Firmen
 an, so ist die Formel z= XD 190. So viel verschiedene
Paare von Banken können kompensieren.

Das Verfahren betrachten wir zunächst an einem einfach gehaltenen
Beispiel. An einem Ort, nehmen wir an, gehören der Abrechnungsstelle
nur 4 Firmen an, die A-Bank, B-Bank, C-Bank und D-Bank.

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