land infolge des kleinen Filialnetzes der Bank von England nicht möglich
ist —, so hat doch auch bei uns der Scheckverkehr einen nicht: unerheblichen
 Umfang angenommen. Im Interesse der Scheckempfänger werden
nicht nur, wie in England, Schecks auf Provinzplätze in Berlin, sondern
auch Schecks auf Berlin in der Provinz zahlbar gemacht. Die kostenfreie
 FKinziehung der Schecks, die außerhalb Berlins zahlbar sind, mit
möglichstgeringem Arbeitsaufwand zu ermöglichen, wurde
also erstrebt.
Diesem Zweck sollte dienen die im Anschluß an die Berliner Abrechaungsstelle
 am 1. Juni 1910 eröffnete Scheckaustauschstelle.
In ihr dürfen eingeliefert werden Schecks, die außerhalb Berlins
zahlbar sind, auf denen aber ein Mitglied der Scheckaustauschstelle oder
ein anderes Bankhaus, das mit einem Mitglied der Scheckaustauschstelle
in Verbindung steht und durch dieses vertreten wird, als Zahlstelle angegeben
 ist. Das deutsche Country-clearing ist auf Schecks beschränkt,
während in England alle abrechnungsfähigen Papiere durch das Countryelearing
 gehen können. Der Scheckaustausch durch dieses Clearing geht
aber mehr und mehr zurück, da die 5tägige Verrechnungsfrist zu lang ist.
Im Jahr 1913 betrug die Stückzahl der Einlieferungen in der Scheckaustauschstelle
408 404, 1926: 405 188, 1927: 208 199, 1928: 109344. Die durchschnittliche Größe
eines Schecks war 1926: 214, 1927: 233 und 1928: 319 RM.
Der Rückgang in der Stückzahl der Einlieferungen in die
Scheckaustauschstelle hat seine Ursache in dem Ausbau der eigenen
Inkassokreise der Banken. Große Banken und große Privatbankfirmen
mit eigenem Filialnetz haben unter sich eine Neben-Scheckaustauschstelle,
 den Inkasso-Verband für das deutsche
Privatbankgewerbe, eingerichtet, in der sie die Schecks einander
direkt liefern und den Betrag sofort gutschreiben, allerdings mit dem
Vorbehalt, daß bis zum 5. Tage die Beträge zurückgebucht werden können,
wenn bis dahin die Schecks nicht in Ordnung gehen. Neben Schecks
werden auch Wechsel und Dokumente auf Filialplätze der Mitglieder im
Öirowege unter Benutzung ihrer Filialen, jedoch unter steter Einschalsung
 .der Zentralen, eingezogen, und zwar unter gegenseitiger Krediteinräumung
 für die Einzugsdauer. Während bei der Scheckaustauschstelle
der Reichsbank im Jahre 1928 durchschnittlich täglich von einem Mitglied
aur 16 Schecks zur Einlieferung gelangten, kommen auf anderem Wege
von einzelnen Großbanken täglich durchschnittlich etwa 3000 Schecks
auf andere Plätze zur Verrechnung.