Amsterdam erhielt seine Girobank im Jahre 1609. Die Gründung
der Amsterdamer Wisselbank hatte ihre Ursache vor allem in
dem damaligen Stand des Währungswesens. Eine Menge unterwertiger
Scheidemünzen war von den Inhabern der Münzregalien auf den Markt
geworfen worden, und es zeigte sich, daß eine Handelsmetropole, wie
Amsterdam es geworden war, vor allem eine feste Valuta benötigte, Die
guten, vollwichtigen Münzen schwanden aus dem Lande, die minderwertigen
 blieben im Verkehr, Um bessere Münzverhältnisse zu schaffen,
nahm die Amsterdamer Bank ausländische Münze sowohl wie Landesmünze,
 unbeschadet ihres äußeren und inneren Zustandes, an und schrieb
dem Einleger den sich auf Grund des Metallwertes ergebenden Betrag
gut (218%), As. = 1 Bankgulden). Dieses Bankgeld, das einen stabilisierten
 Währungswert darstellte, blieb sich dem veränderlichen Kurantgeld
 gegenüber stets gleich und wurde dadurch ein beliebtes Zahlungsmittel.
 Dieses von der Bank geschaffene Bankgeld war natürlich an die
Bank gebunden und konnte nur zu Überweisungen an die Bankkunden
benutzt werden.
Die regen Beziehungen, die zwischen Holland und Hamburg bestanden,
brachten die Hamburger auf den Gedanken, ein der Amsterdamer Bank
ähnliches Institut in Hamburg ins Leben zu rufen. 1619 entstand die
Hamburger Bank, die es sich zur Aufgabe gestellt hatte, die Münzwirren
zu beseitigen und der durch die „Kipper“ geübten Münzbeschneidung
Einhalt zu tun. Den Kaufleuten wurde die Bank eine Zentrale des
Giroverkehrs.
Schuld und Forderung wurde beglichen durch einfache Belastung und
Kreditierung, und zwar in älterer Zeit auf Grund der Menge eingebrachter
Speziestaler, seit 1770 auf Grund der Mark Banko. Diese war nichts
anderes als ein bestimmter Gewichtsteil Reinsilber, jedoch haftete ihr die
Eigentümlichkeit an, daß nicht etwa jede entsprechende Menge Silber
als eine Mark Banko gezahlt und empfangen werden konnte und mußte,
sondern durch den Akt des Einbringens in die Bank, des Abwägens vermittels
 der amtlichen Bankgewichte und des Gutschreibens des erzielten
Betrages wurde diese eigentümliche Währung, wie man es nannte, „kreiert“
(L. von Halle). 273/, Mark Banko war= 1 köln. Mark fein = 14 Taler.
Die Bank bewirkte also Umschreibungen zwischen zwei von ihr geführten
Konten.
Mit Schaffung einer einheitlichen Währung für das ganze Deutsche
Reich (1873) war die Banko-Mark überflüssig geworden, und als am

10 Obst, BGI. 9 A.

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