1. Januar 1876 die Deutsche Reichsbank ihre Tätigkeit begann, wurde
aus der Hamburger Bank eine Filiale der Reichsbank. Das von ihr eingeführte
 Girosystem wurde von der Reichsbank übernommen und war
auch vorbildlich für den Giro-Fernverkehr.
Ebenso ‚wie die Hamburger Bank widmete sich auch der im Jahre 1621 errichtete
 BancoPublicoin Nürnberg dem Giro- und Depositengeschäft, ohne
jedoch jemals die Bedeutung der Amsterdamer oder Hamburger Bank erlangt
zu haben.
Ein Rechnungsgeld besaß auch die am 17. Juni 1765 von Friedrich dem Großen
ins Leben gerufene „Kgl. Giro-und Lehnbank“ in Berlin und die im gleichen
Jahre errichtete „Giro- und Leihbank“ in Breslau. Das Bankpfund == 1/4
Friedrichsdor hatte 24 Groschen &amp; 12 Pfennige. Alle königlichen Kassen und alle
in Berlin und Breslau ansässigen Kaufleute sollten ihre Bücher in dieser Valuta
führen, und alle Wechsel im Betrage von mehr als 100 Talern mußten in Berlin
und Breslau bei der Bank zahlbar gemacht, d. h. in dieser Bankvaluta ausgestellt
werden.

Der Giroverkehr erreichte keinen größeren Umfang, wofür der Grund wohl
hauptsächlich in der Höhe der Gebühren — bei Eröffnung eines Bankfoliums waren
50 und für jedes Folium (20 Posten) 5 Taler zu entrichten — zu suchen ist. Auch
der Giroverkehr ihrer Nachfolgerin, der Preußischen Bank, bewegte sich in engen
Grenzen. 1867 betrug der Umsatz 189. 1870 416 Millionen M,

Die ursprüngliche Form des bankmäßigen Zahlungsausgleiches gestal-‚ete
 sich also, wie wir sahen, in der Weise, daß die Bank im Auftrage
hres Kunden Umschreibungen auf ein anderes von ihr geführtes Konto
vornahm.

Einen solchen Umschreibungs- (Giro-) Verkehr in großem Maßstabe
finden wir in Deutschland zunächst bei der Deutschen Reichsbank, die
den Ferngiroverkehr zur höchsten Entwicklung gebracht hat, in geringerem
 Umfange bei. den anderen deutschen Notenbanken, weiter innerhalb
 der Kreditbanken, der Kreditgenossenschaften, der Sparkassen und
Girozentralen; am populärsten geworden ist der Postüberweisungsverkehr,
allgemein bekannt unter dem Namen Postscheckverkehr. Der Überweisungsverkehr
 ist — im Gegensatz zu England und Amerika, wo der
Scheck dominiert — die deutsche Form des bargeldlosen Zahlungsverkehrs,
 Der bankmäßige Zahlungsausgleich erstreckt sich auf immer
weitere Kreise und nimmt stets wieder neue Formen an. Die genannten
 Institute übernehmen die Führung von Giro-, Scheck-, Depositen-,
Sparkassenkonten usw. und leiten, möglichst bargeldlos, den Zahlungsverkehr
 über eine oder mehrere Kontostellen,

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