Die Zentrale (Hauptdepositenkasse) der Deutschen Bank in Berlin bewirkt
 die Überweisung, zugleich mit zahlreichen anderen ihr übermittelien
 Überweisungsaufträgen, und belastet hierfür ihre Depositenkasse F
zusammen mit allen anderen Überweisungsaufträgen.
Die Depositenkasse B der Dresdner Bank in Breslau schreibt an
Bebel !) :
Wir erkennen Sie mit RM 1000.— val. p. dato für Überweisung der Deutschen
Bank, Berlin, wegen A. Abel, Berlin.

Der Weg zwischen Absender und Empfänger ist mitunter noch etwas
weiter, indem Absender oder Empfänger nur mittelbar (durch ihre Firma)
ein Bankkonto haben. So umständlich das Verfahren auch erscheint, so
ist doch, da nur vorgedruckte Formulare auszufüllen sind, die Handhabung
 sehr einfach.
Die Privatnotenbanken konnten auch im Überweisungsverkehr niemals
die Bedeutung erlangen wie die Deutsche Reichsbank. Nur durch günstige
 Konditionen (Zinsvergütungen auf Girogelder, niedrige Lombardsätze)
 und Errichten von Filialen an Orten, die nicht Reichsbankplätze
sind, und auf die sie Wechsel glatt zum Diskontsatz ankaufen, konnten
sie. sich einen größeren Kundenkreis schaffen.
Die Sächsische Bank, die Bayerische Notenbank und die Württembergische
 Notenbank besitzen, im Gegensatz zur Badischen Bank, ein größeres
 Filialnetz und haben damit auch Orte, an denen keine Filiale der
Reichsbank besteht, an das Gironetz angeschlossen.

2, Der Hamburger Überweisungsverkehr. Giroverkehr der Kreditbanken
 untereinander.

So vortrefflich auch die Hamburger Banco-Valuta, die ein Jahrhundert
lang internationale Bedeutung gehabt hatte, gewesen war, es kamen andere
Zeiten mit anderen Bedürfnissen. Aus diesem alten System bildete sich
ein bis vor kurzem einzig dastehender Zahlungsverkehr heraus, der auch
die englische Einrichtung in den Schatten stellt. Am Hamburger Abrechnungsverkehr
 sind alle Wirtschaftenden, von den Staatsbehörden
angefangen bis zu den weniger bemittelten Privaten, beteiliet. Zwischen

1) In einem Arbeitsgange erfolgen tunlichst Belastung, Gutschrift und Buchungsunterlage,
 evtl. die Buchung selbst (s. den Abschnitt „Bankenorganisation“).

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