Deutsche Bank.
Berlin, den 20. Dezember 1929.

Herrn Georg Weber, Berlin,
Wir bitten Sie, davon Kenntnis zu nehmen, daß wir Sie für
folgende Beträge erkannt haben:
RM 10000 val, p. 21. er.
im Auftrag i. W. Zehntausend Reichsmark
Emü Müller.
Durch Vermittelung der
Depositenkasse F

Kontrolle '

In ähnlicher Weise gestaltet sich der Verkehr, wenn ein Kunde einer
Depositenkasse auf das Konto eines Kunden einer anderen Depositenkasse
 Überweisungen vornehmen läßt. Formular I (siehe nächste Seite)
dient als Belastungsaufgabe, Formular II a (oberer Teil des II. Formulars)
als Unterlage für die Übertragung in der Depositen-Hauptkasse, Formular
 IIb als Gutschriftsbeleg in der Depositenkasse, deren Kunde erkannt
worden ist (berünstigte Devnvositenkasse).

Zahlungen, die Berliner Banken und Bankfirmen im Auftrage ihrer Kundschaft an
andere Berliner Banken oder Bankfirmen zu leisten hatten, wurden — zwecks Einschränkung
 des Bargeldverkehrs (volkswirtschaftlich betrachtet), und zwecks
Niedrighaltung der Kassenbestände (privatwirtschaftlich betrachtet)
 — meist durch Schecks auf die Reichsbank oder den Kassenverein beglichen. Die
A-Bank, die von der B-Bank, im Auftrage von X zu Lasten von Y, 100000 M zu
bekommen hatte, erhielt die vorgeschriebene Quittung und den Scheck. Statt der
Verrechnungsschecks bediente man sich hierbei häufig der roten Überweisungsformulare
 der Reichsbank (fälschlich „rote Schecks“ genannt); sie wurden vom Emp-Jänger
 in gleicher Weise wie die regulären Schecks auf die Abrechnungsstelle gelegt
oder zur Gutschrift auf Girokonto eingereicht.
Kleinere Beträge wurden in der Regel, unter Avisierung durch Postkarte oder durch
„Bunfavis“, auf Reichsbankgirokonto überwiesen. Die den Verwendungszweck
des Betrages angebende Postkarte traf meist erst am nächsten Vormittag ein. Das
Buntavis dagegen, das die überweisende Bank gleichzeitig mit den Überweisungsformularen
 bei der Reichsbank einlieferte, wurde der Bank, an die der Betrag überwiesen
 worden war, zusammen mit dem Girokonto-Gegenbuch ausgehändigt. Erst
nach Eintragung in diesem Buch galt die Überweisung als eingegangen.
Um den Austausch der Buntavise zu beschleunigen, hatten 6 Großbanken mitein
ander vereinbart, diese Buntavise nicht mehr auf dem Umwege über die Reichsbank,
sondern unter Mitlieferung eines Sammelavises direkt durch Boten zu versenden.

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