Weit mehr kommt der Vorzug des Girosystems vor dem Schecksystem
bei interlokalen Zahlungen zum Ausdruck. Hat Lehmann seinen
Wohnsitz in Berlin, und sende ich ihm einen Scheck auf die Leipziger
Filiale der Deutschen Bank, so dauert es unter Benutzung der oben
(S. 164) angegebenen Wege 3—4 Werktage, bis Lehmann in den Besitz
des Geldes gelangt. — Der Scheck wird direkt eine Plage, wenn er auf
eine kleine Bankfirma eines kleinen Ortes gezogen und nicht am Orte des
Empfängers kostenfrei einlösbar ist.
Der Empfänger der Überweisung ist im sicheren Besitze der ihm
zukommenden. Summe, wenn er von der Bank Gutschriftsaufgabe erhält,
d. h. also in der Regel einen Tag nach Eingang der Überweisung; ein
übersandter Scheck nach auswärts muß aber erst wieder die Reise zurückmachen,
 bevor die hiesige Bank, der der Scheck zur Gutschrift übergeben
ist, von der auswärtigen Bank die Nachricht erhält, daß sie den Scheck,
da in Ordnung gehend, dem Einreicher gutbringen darf.
Der Scheckstempel, so sehr er auch vom wirtschaftlichen Standpunkt
aus zu verurteilen war, hatte in gewisser Weise doch erzieherisch gewirkt:
in vielen Fällen, in denen man sich bisher des Schecks bediente, benutzt
man jetzt den Giroweg.
In Deutschland ist die Überweisung mehr und mehr
das Zahlungsmittel geworden. Daher bezeichnet man, wie
schon erwähnt, die Überweisung als „deutsches Zahlungsmittel“.
Die Überweisungsformulare der Reichsbank (die roten Schecks) werden
im lokalen Verkehr häufig nicht der Reichsbank, sondern dem Zahlungsempfänger
 ausgehändigt und vertreten dann die Stelle des Verrechnungsschecks.
 A, nehmen wir an, hat ein Konto bei der Reichsbank und gleichzeitig
 auch bei der Depositenkasse F der Dresdner Bank in Berlin. Guthaben,
 die den eisernen Fonds übersteigen, läßt er von der Reichsbank an
die Dresdner Bank übertragen. Es kann dies auf folgende Arten erfolgen:
1. A hebt den Betrag bei der Reichsbank mittels weißen Scheck ab und
zahlt ihn bei der Dresdner Bank ein. Erfordernisse: 2 Wege (zur Reichsbank
 und zur Dresdner Bank).
2. A zahlt den weißen Reichsbankscheck bei der Dresdner Bank auf sein
Konto ein. Erfordernisse: 1 Weg (zur Dresdner Bank).
3. A schreibt einen roten Scheck auf die Reichsbank aus und gibt
ihn im Giro-Kontor der Reichsbank ab. Erfordernisse: 1 Weg (zur
Reichsbank) ; die Dresdner Bank bestätigt die Überweisung nach Eingang
brieflich.

a)