2. Der bankmäßig organisierte internationale Zahlungsverkehr !).
a) Devisennotierung. Das Devisenkassengeschäft.
Der Durchschnittsbetrag der Auslandspostanweisung von rund 53 RM?)
zeigt, daß die internationale Postanweisung nur dem Kleinverkehr dient.
Für größere Summen sind auch die Spesen — bis 100 Fr. 1 %, darüber
%K% — zu teuer, und es kommen hierfür hauptsächlich in Betracht De -
visen, d. h. ausländische Wechsel, Schecks, Anweisungen (Auszahlungen);
 im weiteren Sinne nennt man Devisen sämtliche fremdwährigen
Zahlungs- und Kreditmittel, also auch Banknoten, Metallgeld der fremden
Währung und ausländische Kupons 3),
Um ihrer Kundschaft den Zahlungsverkehr mit dem Auslande zu erleichtern,
 haben große Bankinstitute auch im Auslande Filialen errichtet.
Infolge des Weltkrieges mußte aber eine ganze Reihe solcher Filialen
wieder aufgelöst werden, so z. B. in London, dem großen Geldmarkt
der Welt, die Niederlassungen der Deutschen Bank, der Dresdner Bank
und der Direktion der Disconto-Gesellschaft. An Stelle der Filialen sind
heute vielfach Beteiligungen an ausländischen Banken getreten,
die es ermöglichen, der Kundschaft etwa gleiche Vorteile, wie eigene
Filialen zu bieten. Im II. Band wird auf die Auslandsbeziehungen deutscher
 Banken und Bankfirmen noch zurückzukommen sein. Hier sei nur

1) Literatur: M. Kräwinkel, Die Abwicklung des Devisengeschäfts im
Bankbeiriebe. Berlin 1924. B. Mahrholz, Die Praxis des Devisenreportgeschäfts,
Bankwissenschaft IV, 15. E. Pape, Art. Devisenrechnung, in Obst, Buch des Kaufmanns.
 Stuttgart 1928. Plutus-Briefe, II 1 und VI 4. Berlin 1925/29. Otto
Swoboda, Die Arbitrage, 17. Aufl., bearbeitet von Eduard Wagon. Berlin 1928.
J. Vogel, Das Devisentermingeschäft. Berlin 1924. E. Wal1b, Art. Internationaler
Zahlungsverkehr in Rothschilds Taschenbuch für Kaufleute (dort auch zahlreiche Zeitschriften-Literatur
 angegeben). Leipzig 1927.
?) Im Jahre 1927 gingen in Deutschland aus dem Auslande 2,535 Millionen Post-Anweisungen
 im Betrage von 119,72 Millionen RM ein, und 1,358 Millionen Postanweisungen
 im Betrage von 88,37 Millionen RM wurden nach dem Auslande versandt.
 1927 war der Durchschnittsbetrag der Postanweisung 53.40 .RM (gegen
10 M 1918).
Für Postanweisungen nach dem Ausland, die in der Regel auf die Währung des
Bestimmungslandes zu lauten haben, werden im Reichspostministerium Einzahlungskurse
 festgesetzt.
3) Der Bankpraktiker nennt Sorten die umlaufenden Zahlungsmittel: Münzen,
Staatspapiergeld und Banknoten; Devisen das Kreditgeld: Wechsel. Schecks und
Anweisungen auf das Ausland.

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