den die Banken Zentralstellen, bei denen Angebot von Forderungen
 auf ausländische Plätze und Nachfrage nach solchen sich begegırien.
 Banken und Bankiers kaufen Wechsel und Schecks von Personen,
 die in fremden Ländern Forderungen zu erhalten haben — die
Bezahlung des Gegenwertes findet, wenn der Verkäufer bei der Bank nicht
bekannt und akkreditiert ist, gewöhnlich erst statt, wenn der Eingang
des Wechsels gemeldet ist —, und verkaufen sie an diejenigen, die Verbindlichkeiten
 in den betreffenden Ländern zu erfüllen haben.
Da die einzelnen Beträge der angekauften Schecks und Wechsel mit denjenigen,
 die gerade benötigt werden, naturgemäß fast nie übereinstimmen,
so senden die Banken die gekauften Devisen an ihre Bankverbindung am
fremden Platze zur Gutschrift auf Konto und schreiben dann auf Grund
dieses Guthabens Schecks und Wechsel in den von ihrer Kundschaft gewünschten
 Beträgen aus.
Da früher die Begleichung der internationalen Zahlungen hauptsächlich
 in Wechseln.auf ausländische Plätze erfolgte, spricht man auch heute
aoch von Bewegungen der Wechselkurse.
Man versteht unter Wechselkurs (Valuta) den Preis, den man für
sine bestimmte Summe — im allgemeinen für 100 Einheiten der fremden
Währung — erhält oder zu zahlen hat. Der Wechselkurs wird die veränderliche
 Valuta genannt, die feste Valuta ist die des Auslandes,
 Dieser Preisnotierung steht gegenüber die Men gennotierung
 (Waren- oder indirekte Notierung). Bei ihr liegt die feste
Valuta im Inlande, d. h. der Kurs besagt, welche veränderliche Menge
Auslandswährung für eine feststehende Einheit Inlandswährung zu zahlen
ist. Bei Mengennotierung bedeutet also eine Steigerung des Kurses, daß
sich die Auslandswährung verschlechtert oder die Inlandswährung verbessert
 hat. Preisnotierung erfolgt in Deutschland, Mengennotierung
Endet sich z. B. in London für die Mehrzahl der Währungen der Festlandsstaaten.
 So besagt z. B. der Kurs 20.45 in London: Für 1 £ erhält
 man 20.45 RM Wechsel auf Berlin.
Eine dritte, seltener vorkommende Notierung ist die Agio- oder Prozentnotierung.
 Sie findet sich dort, wo die Münzgesetze Wertgleichheit
 zwischen den Währungen mehrerer Länder vorgesehen hatten, diese
sich aber nicht aufrechterhalten ließ. So wurden z. B. früher in Paris
belgische, schweizerische, italienische Devisen (d. h. die Devisen der Länder
 des einstigen Lateinischen Münzbundes) mit „prime“ (Zuschlag) oder
„perte“ (Abschlag) notiert. Die Notiz „Belgique °/,, perte“ hieß z. B.:

206