b) Der Devisen-Terminhandel und das Swapgeschäft,.
Devisengeschäfte werden, wie Effekten und Warengeschäfte, nicht nur
per Kasse, sondern auch auf Termin abgeschlossen. Die ersten größeren
Devisen-Termingeschäfte in Deutschland nach Stabilisierung der Mark
erfolgten in französischen Franken. Deutsche Spekulanten unterhielten
große Baisse-Engagements in französischen Franken; es waren
dies spekulative Devisen-Termingeschäfte, die eingegangen waren mit
dem Wunsche, möglichst hohe Kursgewinne zu erzielen; da aber der französische
 Frank, dank amerikanischer Hilfe, nicht fiel sondern stieg, erlitten
die Spekulanten sehr erhebliche Verluste. Weil damals Devisen-Termingeschäfte
 in Mark verboten waren, erfolgte in Deutschland die Spekulation
 im Usance-Geschäft gegen Dollar oder andere Devisen.
Im wesentlichen dient heute das Zeitgeschäft in Devisen legalen
Zwecken. Der Warenkaufmann, der in fremden Ländern handelt, der Bankier,
 der arbitriert, die Bank, die Kredite nach fremden Ländern gibt
oder Kredite dort nimmt — sie alle wollen sich gegen Risikensichern.
Dies ermöglicht das Devisen-Termingeschäft und daher dient es einem
wirtschaftlichen Bedarf.
Der Exporteur, der Waren mit Ziel (sagen wir per 3 Monate) verkauft
 hat, geht ein Risiko ein, da er den Preis der Ware nach dem gegenwärtig
 geltenden Umrechnungssatz berechnet hat. Mit Hilfe des Devisen-Terminhandels
 verkauft der Exporteur, z. B. Anfang Oktober, die
aus seinem Warenexport erwarteten Valutaeingänge auf Andienung per
Dezember („per ultimo Dezember täglich“) und sichert sich dadurch den
Marktpreis, der der Umrechnung des Fakturabetrages in Auslandswährung
 zugrunde lag. Analog verfährt auch der Importeur: Er deckt
sich sofort nach Abschluß des Geschäfts ein, d. h. er kauft schon jetzt per
Termin den Betrag, den er in fremder Währung am mutmaßlichen oder
vertraglichen Ankunftstag der einzulösenden Dokumente zu zahlen haft.
Durch Anschaffung des Gegenwertes will er seine Kalkulation auf eine
feste Unterlage bringen. Der Fabrikant, der Aufträge für spätere
Lieferung im Inlande bekommt und zur Herstellung dieser Ware auf
Rohstoffimporte aus dem Auslande angewiesen ist, muß sich den Gegenwert
 für diese Auslandsbezüge sofort eindecken. Andernfalls würde er
ein Valutarisiko eingehen, da er bei seiner Kalkulation von dem gegenwärtigen
 Rohstoffpreis im Ausland, umgerechnet zum aut ge nblicklichen
 Devisenkurs, ausgegangen ist.

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