solche in ihrem Besitz hat, mitunter ab, und zwar gewöhnlich zu einem
Preise, der um 1/,°/g höher ist als der, zu dem sie Käufer ist. Sie zahlt
für ein Kilogramm 20-Markstücke £ 122,625 und verkauft es zu
£ 123,275. Für 1000 £ erhält man 20 418 RM in deutschen Goldmünzen,
und für 1 £ 20,418 RM. Rechnet man für Transport- und Versicherungsspesen
 usw. 3°/,„ so ergibt sich, daß, bei einem Kurs von etwa 20,355
und darunter für Vista Deutschland in London, der Bezug von deutschen
Goldmünzen aus England rentabler ist als die Begebung englischer
Wechsel an deutschen Börsen.
Nicht nur deutsche Münzen, auch englisches Gold (Sovereigns) wird
von England nach Deutschland exportiert. Die Reichshauptbank in Berlin
sowie sämtliche selbständige Reichsbankanstalten kaufen laut Tarif
Sovereigns zum Preise von 2551,536 RM für das Kilogramm Rauhgewicht.
Sie zahlen also etwa 20,88 RM für den vollwichtigen Sovereign (Parität:
20,43). Da für Transportspesen, Manko usw. etwa 2*/, °/, in Abzug
zu bringen sind, so erhält man also in Wirklichkeit für die aus London
bezogenen, bei der Reichsbank verkauften Sovereigns nicht 20,38, sondern
nur etwa 20,33 RM.
Zu berücksichtigen ist dagegen auf der anderen Seite, daß die Deutsche
Reichsbank, ebenso wie die anderen großen europäischen Zentralnotenbanken,
 für das auf dem Transport zu ihr befindliche Gold einen zinsfreien
 Vorschuß gewährte, der z. B. im Jahre 1914 von der Reichsbank
bis zu 45 Tagen ausgedehnt war. Der Importeur erhielt also eine Zinsvergütung,
 die etwa K% des zu erhaltenden Betrages ausmachte. Der
Punkt, von dem ab es sich verlohnte, englische Goldmünzen aus England
herübersenden zu lassen, war nach dieser Kalkulation etwa 20,355,
Aus obigen Beispielen geht hervor, daß die Wechselkurse zwischen
zwei Ländern, die das gleiche Währungsmetall besitzen, in der Regel
nur geringen Schwankungen ausgesetzt sein können, Sie werden sich im
allgemeinen zwischen den beiden Goldpunkten bewegen, d. h. den
beiden Grenzen nach oben und nach unten, bei denen sich der Export
bzw. der Import verlohnt., Nur in außergewöhnlichen Zeiten werden die
Wechselkurse erheblich unter diesen Goldpunkt fallen bzw. ihn überschreiten
 können.

Die Arbitrage und die Spekulation wird auf persönliche Gewinne verzichten,
 wenn höhere Interessen auf dem Spiele stehen. Solche Fälle sind
mehrfach vorgekommen, u. a. im Juni 1929, als die Londoner Devisen-233

