tige Amt die Deutsche Bank betraut, deren Aufgabe es nun war, die
Valuta zu einem möglichst niedrigen Kurse für das Reich anzuschaffen.
Die Schuld durch Ankauf von spanischen Noten oder von Wechseln auf
Madrid in Deutschland zu tilgen, wäre bei den geringen Umsätzen in
spanischer Devise, selbst zu erheblich gesteigerten Kursen, schwierig, wenn
nicht unmöglich gewesen. Ein Teil der zu zahlenden Summe wurde für
Rechnung der spanischen Regierung in Scheck Paris remittiert, weil die
spanische Regierung größere Guthaben in Frankreich für Kuponzahlungen
 benötigte. Durch Kauf spanischer Rente in Deutschland und Verkauf
 derselben in Spanien wurde nur ein verhältnismäßig geringes Guthaben
 geschaffen, Für den größten Teil der Summe wurde spanische
Valuta, also „Peseta Auszahlung Madrid“, durch sukzessiven Kauf in
Madrid bzw. durch Verkauf von Scheck Paris in Madrid angeschafft.

Anhang: Kreditbriele 1).

Der Kreditbrief ist alten Ursprungs. Aus dem Empfehlungsschreiben
hervorgegangen, enthält er heute noch eine Einführung, eine Empfehlung,
 die mehr als eine leere Formel ist.
In einem Prospekt der Deutschen Bank wird gesagt:
Unsere weitverzweigten Verbindungen setzen uns in den Stand, unsere Kreditbriefe
 mit geeigneten Zahlstellen an allen namhafteren Plätzen des In- und Ausjandes
 zu versehen und dem Inhaber als Empfohlenen der Deutschen Bank überall
 eine zuvorkommende Aufnahme und prompte Bedienung zu zewährleisten.
Die Rundreise-Kreditbriefe werden unseren auswärtigen Korrespondenten regelmäßig
 unter Einsendung von Unterschriftsproben der Akkreditierten avisiert, während
unsere Welt-Zirkular-Kreditbriefe ohne besondere Anzeige an einer
großen Anzahl von Plätzen in der ganzen Welt zahlbar sind.
Neben der Sicherheit gewährt die Benutzung unserer Kreditbriefe auch sonst
mancherlei Annehmlichkeiten, vor allem die Möglichkeit, ausgedehnte Reisen ohne
Mitführung nennenswerter Barbeträge zu unternehmen und sich an dem jeweiligen
Aufenthaltsorte mühelos die benötigten Gelder in der betr. Landeswährung
zu verschaffen; sie gestattet dem Inhaber, sich der Einrichtungen unserer Zahlstellen
zu bedienen, die ihm z. B. komfortahle Empfangs-, Lese- und Schreibräume zur

1) Literatur: W, Nachod, Die Organisation des Reisekredits in Conrads
Jahrb, 1904, S. 823ff, Richard Schigut, Reisekredit- und Geldüberweisungswesen
 in den V, St. von Amerika, in Zeitschrift f. handelswissenschaftl. Forschung
6. Jahrg. S. 217ff. und: Der Kreditbrief, 7. Jahrg. S. 145. E. Schmalenbach,
 Der Kreditbrief, ebd, 2. Jahre. S. 321. Georg Obst. Buch des Kaufmanns.
 Stuttgart 1928,

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