Verfügung stellen und Gelegenheit zur Aufbewahrung von Werteffekten, Jnempfangnahme
 und Weiterbeförderung von Postsachen usw. bieten.
In einem Werbeschreiben des ComptoirNationald’Escompte heißtes:
„++... Die Inhaber eines Kreditbriefes genießen bei unseren zahlreichen
Filialen in den Hauptpunkten des wirtschaftlichen und des Touristenverkehrs die
größten Bequemlichkeiten. Sie finden in den hauptsächlichsten Niederlassungen
eine bequeme Einrichtung, Ihre Posteingänge in Empfang zu nehmen und Nachrichten
 abzusenden, ein ausgewähltes Personal, das Ihre Sprache versteht, und alle
die Einrichtungen, die notwendig sind, um Ihre Geschäfte zu erleichtern. ......
Wir haben in unserer Niederlassung am Place de V’Opera eine Ausstellung eingerichtet,
 die die schönsten Erzeugnisse der französischen Produktion, und insbesondere
die für die Ausfuhr bestimmten Artikel zeigt. Die fremden Besucher, die Käufe
oder Verkäufe in Frankreich zu tätigen beabsichtigen, werden hier alle Erleichterungen
 vorfinden und direkt in Beziehungen zu den Industriellen
und Kaufhäusern unseres Landes gesetzt werden. Sie können selbstverständlich
 unsere Räume benutzen, um Ihre Korrespondenzen usw. zu erledigen
und den Zweck Ihrer Reise in der bestmöglichen Art durchzuführen.“
Fuhr früher ein Kaufmann zur Messe nach Nischny, die vor dem Weltkriege
 die größte der Welt war, um dort Einkäufe zu machen, so war
es für ihn ebenso unpraktisch, bares Geld mitzunehmen, wie sich einen
Scheck auf eine russische Bank in Nischny ausstellen zu lassen. Denn er
brauchte die Rubel in Teilbeträgen an verschiedenen Tagen und kannte
auch den Gesamtbedarf nicht, Ein Akkreditiv bei einer Bank ermöglichte
88 ihm, genau über die Summen zu disponieren, die er täglich brauchte.
In dem Kreditbriefe, der je nach dem Lande, in dem die Abhebungen
hauptsächlich erfolgen, in deutscher, englischer oder französischer Sprache
abgefaßt ist, bittet der Aussteller einen oder mehrere Geschäftsfreunde
(Korrespondenten), dem Inhaber des Kreditbriefes (dem Akkreditierten),
für den sich dadurch das Mitnehmen von barem Geld erübrigt, Zahlungen
bis zu einem angegebenen Höchstbetrage zu leisten. Damit der Bankier,
der Zahlungen leisten soll, sofort ersehen kann, bis zu welcher Summe
er dem Inhaber des Briefes noch Zahlungen leisten darf, müssen seitens
der zahlenden Firma die abgehobenen Beträge auf der Rück-Seite
 des Kreditbriefes angegeben werden (s. S. 24213).

Über die erhaltenen Beträge erteilt der Empfänger Doppelauittung.
 Ein Exemplar behält die Zahlstelle, das andere sendet sie, als
Beleg für die geleistete Zahlung, dem Aussteller des Kreditbriefes. Steht
das Bankhaus, das die Zahlung geleistet hat, mit dem Aussteller des
Kreditbriefes nicht in direkter Verbindung, so zieht es in Höhe des abgehobenen
 Betrages auf den Kreditbriefaussteller oder auf die im Kredit-239

