Im Jahre 1927 sind 83745 Postkreditbriefe über 2,9 Millionen RM ausgestellt
 worden. Der Durchschnittsbetrag eines Postkreditbriefes belief
sich auf 775 RM.
Dem Postkreditbrief ähnelt in seiner Ausgestaltung der Kreditbrief
 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes
(Rob = Abkürzung für: Reise ohne Bargeld). Diesem Verbande ist ein
Netz von rund 5000 Spar- und Girokassen, Kommunalbanken und Zweigstellen
 angeschlossen. Die Ausgabe des Reisekreditbriefs erfolgt seitens
der Ausgabestellen (Girozentralen und Sparkassen) an Kontoinhaber,
deren Persönlichkeit zweifelsfrei nachgewiesen ist. Auf der Vorderseite
des Umschlages sind Name des ausgebenden Giro- oder Sparverbandes,
Nummer, Name des Inhabers, Summe und Gültigkeitsdauer angegeben.
 Der Kreditbrief besteht aus einem Umschlage, auf dessen Innenseite
 die gezahlten Beträge vermerkt werden, und 10 eingehefteten
Quittungen, Die Quittung wird von der Stelle, die der Kreditbriefinhaber
auf der Reise in Anspruch nimmt, nach Prüfung der Legitimation gezahlt,
 mit einem Vermerk versehen und nachher wie ein zum Inkasso
genommener Scheck behandelt.

Ähnlich ausgestattet ist der Reisekreditbrief des genossenschaftlichen
 Giroverbandes der Dresdner Bank. S. das Scheckmuster
 S. 240.
Auf die Travelers-Schecks, die eine gewisse Ähnlichkeit mit
Kreditbriefabhebungen besitzen, ist bereits hingewiesen. worden (s. S. 92).
Neben dem Kreditbrief spielt heute für den Reiseverkehr eine große
Rolle das Akkreditiv: Der Akkreditierte erhält keinen Kreditbrief.
Legitimation ist nur Reisepaß und die Unterschrift. S. den Abschnitt
„Das Akkreditiv“.

3. Der Auslandsgiroverkehr.

Firmen, die ein Girokonto bei der Reichsbank besitzen, können in vereinfachter
 Weise Beträge in ausländischer Währung nach
dem Auslande überweisen, und zwar nach den Hauptplätzen
and fast allen bedeutenden Nebenplätzen der nachstehenden Länder:
Belgien, Dänemark, Danzig, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien,
 Holland, Irland, Lettland, Litauen, Norwegen, Österreich,
Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn, Vereinigte Staaten von
Amerika.

(Fortsetzung des Textes auf Seite 250.)

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