2. Die zusammenhängende Geschättsverbindung zwischen Bank und
Kunden.
Die Formen, in denen die Bank Kredit gewährt bzw. die Bankkunden
Kredit in Anspruch nehmen, sind: Kontokorrent-Kredit, Lombard-Kredit,
Diskont-Kredit, Akzept-Kredit und Aval-Kredit.
Firmen und auch ein großer Teil Privatleute stehen mit einer Bank
nicht derart in Verbindung, daß sie, wenn sie Wechsel diskontieren, den
vollen Betrag sofort abheben, oder wenn sie Devisen kaufen, sie den
Gegenwert einzahlen, sondern sie haben eine laufende Rechnung
(conto corrente). Über Konto gehen alle Geschäfte mit der Bank, und
der Kontokorrentverkehr bildet die Grundlage der mannigfachen Beziehungen,
 die mit der Zeit meist immer intimer zwischen beiden Teilen
werden. Mit dem Kontokorrentverkehr braucht nicht immer eine Kreditgewährung
 verknüpft zu sein; vielfach ist dies aber von vornherein’ der
Fall, oder sie tritt im Lauf der Zeit ein.
Der Kontokorrentverkehr ist die typische Form der dauernden Geschäftsverbindung
 zwischen Bank und Bankkunden. Das Bankkonto
spiegelt die eigene Kasse des Kunden wider. Auf der Haben-Seite des
Kontokorrent-Kontos des Kunden erscheinen die Posten, die, wenn sie
beim Kunden direkt bezahlt werden würden, auf die Soll-Seite des Kassa-Kontos
 kommen würden. Die vielen Einzelposten verschwinden im Konto,
hervortritt nur die Differenz, der Saldo.
Die Bank im Kontokorrentverkehr nennt Riesser einmal!) ein
„Mädchen für alles“, das im Geschäftshaushalt des Kunden tausend
Dienste gegen geringe Vergütung oder überhaupt umsonst zu leisten hat.
Nicht nur Private, auch Kaufleute usw. halten es für selbstverständlich,
 daß Banken und Bankiers zahlreiche Dienste ohne jegliche Entschädigung
 leisten, so z. B. die Einlösung von. Kupons (möglichst schon
einige Wochen vor Fälligkeit !), Wechseln und Schecks, dieBesorgung neuer
Kuponbogen, die Verlosungskontrolle, die Auskunfteinholung und Auskunfterteilung
 usw. Auch die Aufbewahrung von Effekten erfolgte früher
oft kostenfrei. Im Konkurrenzkampfe — im II. Band wird darauf noch
zurückzukommen : sein — unterboten die Banken gegenseitig die Konditionen
 und, um Kunden und neue Verbindungen zu bekommen, machten
 sie alle möglichen und unmöglichen Versprechungen. Durch die seit
dem Jahre 1913 an fast allen Plätzen getroffenen Vereinbarungen der

1) Die deutschen Großbanken und ihre Konzentration. Jena 1912. S. 221.

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