entweder vom Umsatz auf der größeren Seite oder, seltener, vom Gesamtuümsatz
 — der Saldo und Posten, auf die bereits Provision berechnet ist,
werden „franko“ gestellt — oder vom durchschnittlichen Debetsaldo oder
vom höchsten Debetsaldo oder vom durchschnittlichen Debetsaldo an
den Monats- oder Quartalsenden. In der Regel wird */; °/, Provision vom
höchsten Debetsaldo im Monat gerechnet.
3. Bei ungedeckten Debitoren ist der Provisionssatz in der Regel noch
höher. Mitunter wird zunächst eine sog. Bereitstellungsprovision berechnet,
 d. h. wenn dem Kunden ein Blankokredit von z. B. 50000 RM eingeräumt
 ist, so wird ihm hierauf sofort 1% p. a. = 500 RM belastet,
ganz gleich, ob und in welcher Höhe er den Kredit in Anspruch nimmt.
Weitere Provisionsberechnung erfolgt ähnlich, wie bei den gedeckten
Krediten. Mitunter werden z. B. auch folgende Vereinbarungen getroffen:
'/, °/ vom Umsatz der größeren Seite, mindestens jedoch, pro Semester,
vom Vierfachen des durchschnittlich in Anspruch genommenen Kredits.
Dazu tritt vielfach noch die Bereitstellungs- und die Überziehungsprovision,
 das ist Provision für den Kredit, der über die bewilligte Summe
hinaus in Anspruch genommen worden ist. Wenn auch Bereitstellungsprovision
 in letzter Zeit oft nicht mehr berechnet worden ist, so stellen
sich doch die Kreditkosten, gemessen an der Vorkriegszeit, überaus
hoch. Für den Kreditnehmer ist dies besonders schlimm, da er in den
meisten Fällen die Betriebseinnahmen nicht entsprechend steigern kann.
Die Mindestzinssätze der Banken bei Kontoüberziehungen
waren:

Zins p. a. Provision pro Tag Zusammen
ab 12.1. 1929 71/2 90 1/8 00 12%
29. 4. 1929 81/2 9/9 18 900 183%
1.6. 1929 91/2 9/0 1/8 oo 14 %
„1.7.1929 81/2 9/0 1/8 900 13%
Bei Kontokorrentkredit betrug die Provision monatlich !/6 %/o. Die Kredite kosteten
in den angegebenen Zeiten mindestens 9'/, 104/, 117/2, 101/2 0/9.
Verauslagte Porti wurden früher allgemein im Portobuch notiert;
darauf wurden 50—100 % aufgeschlagen und der Betrag abgerundet.
Der Aufschlag erfolgte für Auslagen, die im Interesse der Kundschaft
gemacht waren, sich aber nicht, weil eben mehrere daran beteiligt waren,
genau bestimmen ließen. Jetzt haben die meisten Banken das Portobuch,
dessen Führung viel Arbeit verursacht, abgeschafft; sie schätzen die Porti
an Hand des Kontoauszuges und schlagen für allgemeine Auslagen etwa
100% auf, bringen aber bei Moniten einen Teilbetrag dem Kunden wieder

20 Obst, BGI. 9. A.

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