Bei der retrograden Methode ist die Epoche auf den Anfang
der Kontokorrentperiode verlegt. Die früheste Verfallzeit, bei fortlaufender
 Kontokorrentverbindung also der Abschlußtag des letzten Kontoauszuges,
 wird als Grundlage angenommen. Alle Posten sind nicht zu
berechnen vom Tage der Valutierung bis zum Abschlußtage, sondern
rückwärts bis zu einem gemeinschaftlichen Anfangstermine, als den man
regelmäßig den letzten Tag der vorhergehenden Kontokorrentperiode wählt.
Vom 17. Januar bis zur Epoche (31. Dezember des Vorjahres) sind 17, vom
30. März bis zur Epoche 90 Tage usw.
Die Anzahl der Tage wird in üblicher Weise mit dem Kapital multipliziert,
 die entstandenen Zahlen sind aber nicht Zinsnummern, sondern
negative Zinsnummern, Diskontnummern. Die Diskontnummern auf
der Soll-Seite werden Zins nummern durch Transport auf die Haben-Seite,
 und die negativen Zinszahlen im Haben werden durch Transport
 auf die Soll-Seite positive Zinszahlen nach der Regel: Diskont
im Soll = Zins im Haben; Diskont im Haben = Zins im Soll. Nicht
aber jeder einzelne Posten, sondern nur der Saldo der Zinszahlen wird
transportiert.

Alle Posten des Kontokorrents sind auf die Epoche zurückdiskontiert,
Man hat nun jeden Posten von der Epoche zum Abschlußtage zu führen;
die retrograde Methode strebt also auf dem Umwege über die Epoche
schließlich doch wieder progressiv dem Abschlußtage zu. Statt nun
aber jeden einzelnen Posten bis zum Abschlußtage der laufenden
Kontokorrentperiode aufzuzinsen, wählt man in der Praxis den einfacheven
 Weg und zinst nur den Saldo (Kapitalsaldo, Rohsaldo) auf,
In unserem Beispiel beträgt das Kapital
im Debet RM 23 225.25
„ Kredit „ 12676.40
mithin der Saldo RM 10 548.85
Von diesem Rohsaldo, d. h. dem Saldo äuschließlich Zinsen, Provisionen und
Porti, beträgt die Summe der Zinszahlen für die Zeitstrecke vom 30. Juni bis 31. Dezember
 des Vorjahres 18 988, Sie müssen auf diejenige Seite eingesetzt werden,
die den kleineren Kapitalbetrag aufweist.
Das auf S. 807 nach der Staffelmethode berechnete Kontokorrent ist
S. 314/15 nach der retrograden Methode mit Abschnitten berechnet.
Drei Perioden sind nötig, da sich einmal (5. September) der Zinsfuß ändert,
und da weiter der Kunde (12. November) vom Kredit ins Debet kommt.

(Fortsetzung des Textes auf Seite 315.)

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