keit verläßt. Wenn auch Fehler nur selten vorkommen, so weiß doch
jeder, der im Bankbetrieb tätig ist, daß sie vorkommen und sich mitunter
 jahrelang fortschleppen.
Wenig nachahmenswert aber ist die Methode, die ein auswärtiger Kunde X einem
Berliner Bankier Y gegenüber einmal angewendet hat.
X: Der mir gesandte Kontoauszug stimmt nicht.
Y: Der Kontoauszug stimmt, er ist nochmals geprüft worden.
X: Der Auszug stimmt nicht; ich bitte wiederholt, mir einen neuen Auszug zu senden.
Y: Der Auszug ist nochmals Posten für Posten von zwei Beamten geprüft und
stimmend gefunden worden, Teilen Sie mir gefl. mit, was nicht in Ordnung ist.
X: Nachdem mein Auszug dreimal von verschiedenen Ihrer Beamten geprüft
worden ist, habe ich die Beruhigung, daß alles in Ordnung ist. Bestätigung folgt
daher anbei.
Wenn Kontokorrentauszüge nur in längeren Zwischenräumen erteilt
werden, sind Differenzen zwischen den Buchungen der Bank und des
Kunden lange in der Schwebe. Um dies zu vermeiden — gleichzeitig aber
auch aus innerbetrieblichen Gründen, d. h. zu Kontrollzwecken des eigenen
Betriebes —, sind vor einigen Jahren die Mehrzahl der Banken und Bankfirmen
 dazu übergegangen, Tageskontokorrente zu erteilen. Eine
Mehrarbeit erwächst den Banken dadurch kaum, da die Herstellung des
Tageskontokorrents mit einem anderen Arbeitsgang vereint wird und die
Erteilung des Kontokorrents am Schluß der Kontokorrentperiode sich erübrigt;
 es genügt, wenn dem Kunden dann die Zinsstaffel gesandt wird.
Das Tageskontokorrent enthält folgende Spalten: Alter Saldo, Datum, Buchungsart,
neue Umsätze (Lastschriften, Gutschriften), Wert, neuer Saldo (Soll, Haben).
Auch die Reichsbank ist zum Tageskontokorrent übergegangen: Vom
16. März 1929 ab teilt sie Gutschriften und Belastungen durch Kontoauszüge
 mit, auf denen jeweils der Kontostand angegeben ist.

II Das Diskontseschäift,

i. Das Wechseldiskontgeschäft 1).

a) Wesen und Arten des Wechsels.
Als Handel und Verkehr wuchsen, und der Austausch von Gütern einen
größeren Umfang annahm, bürgerte sich der Brauch ein, Leistung und
Gegenleistung nicht Zug um Zug zu bewirken. sondern die Gegenleistung

l) Literatur: Karl Heiligenstadt, Beiträge zur Lehre von den auswärtizen
 Wechselkursen, in den Jahrbüchern f. Nat. u. Statistik 1893. J. Lan dmann,
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