diskonten verkauft und Gelder der Reichspost, Reichsbahn usw. in Privat-Jliskonten
 anlegt, d. h. also für deren Rechnung kauft.
Werden 3monatliche Reichsschatzwechsel zum Privatdiskont begeben,
30 muß dies besonders vereinbart werden, da dieses Papier bankmäßig anders als ein
‚Prima-Bankakzept‘“ anzusehen ist.
Eine amtliche Feststellung durch Kursmakler und eine amtliche
 Notierung des Privatsatzes erfolgt an der Berliner Börse
nicht. Um 14, am Sonnabend um % 14 Uhr, wird an einer Säule zwischen
dem 2. und 3. Börsensaale formlos ein Plakat befestigt, das die Höhe des
Privatdiskonts angibt. Ein erheblicher Teil Privatdiskonten wird vorbörslich,
 telephonisch, von Büro zu Büro gehandelt, vor allem auch
getauscht: Die Mitglieder der Berliner Stempelvereinigung und auch
einige andere Firmen tauschen in Berlin — und an anderen großen
Plätzen geschieht dies in gleicher Weise — ihre eigenen Akzepte, die sie
vom Kunden zur Verwertung erhalten haben, untereinander aus und erhalten
 auf diese Weise das erwünschte Portefeuille von „Großbank-Papieren“.
 Besteht an der einen oder anderen Stelle ein Überschuß an Akzepten,
 so wird das Papier nicht nur getauscht, sondern auch bezahlt. Hat
z. B. die A-Bank 2 Millionen, die B-Bank aber nur 1 Million RM Akzepte
abzugeben, so kauft die B-Bank unter Umständen die 1 Million Akzepte.
An der Börse erfolgt meist nur der letzte Ausgleich zwischen den an
Zahl geringen Privatdiskonteuren !). Diese setzen sich mit der als Diskontmakler
 fungierenden Firma F. Meissner &amp; Co. Nachf. wegen Feststellung
 der Höhe des Diskontsatzes und der Hereinnahme oder Abgabe
von Diskonten täglich in Verbindung. Ausschla ggebend ist
heuteaber die Reichsbank.
Die Umsätze sind unregelmäßig und meist nicht groß. 3—4 Millionen
 RM. ist etwa der tägliche Durchschnitt. Eine wesentliche Hebung
les Marktes wird meines Erachtens erst eintreten, wenn man Reichs-')

 Vor dem Kriege waren Käufer von Privatdiskonten insbesondere die
Deutsche Bank, der große Mengen Depositen zur Verfügung standen, und die Firma
Mendelssohn &amp; Co., bei der der Russische Staat dauernd große Guthaben als Vorschuß
 für Kuponseinlösungen unterhielt, Käufer waren ferner zeitweise noch eins
»der das andere der großen Weltinstitute, für das der Ankauf von Privatdiskonten
‚eines Anlagegeschäft war. Bei flüssigem Geldstand verbreiterte sich naturgemäß der
Kreis der Banken und Bankfirmen, die Privatdiskonten als zeitweilige Anlage ihrer
Kapitalien suchten.
Heute sind, neben der Reichsbank, hauptsächlich Käufer von Privatdiskonten die
Preußische Staatsbank, die Reichs-Kredit-Gesellschaft und auch die Deutsche Bank.
7