Deckungsfähig sind grundsätzlich kaufmännische oder industrielle Firmen irgend-;ines
 Platzes im In- und Auslande, sofern sie in ihren Verhältnissen die nötige
Arundlage für eine Garantieübernahme bieten.
Als unsere Garanten kommen Banken und Bankiers in Betracht, die jedesmal
bei Abschluß in formeller Schlußnote von uns aufgegeben werden und für jeden
Einzelfall ein „Garantieschreiben‘“ nach Zahlung der vereinbarten Provision ausfertigen.
 In Fällen besonderer Vereinbarung fungieren auch erstklassige Fachfirmen
als Garanten. Falls gewünscht, kann alsdann der Auftraggeber ungenannt bleiben
und das Garantieschreiben auf den Inhaber lauten d ausgestellt werden.
Je nach Wunsch kann ein Delkredere voll oder bis zu einem bestimmten Prozentsatze,
 z. B. 50 oder 75 %o0, gedeckt werden.
Delkredere-Provisionssätze richten sich natürlich in erster Linie
nach der Bonität der Firma, für die das Delkredere übernommen werden soll, ferner
nach der Größe des Betrages, Länge des Ziels und unter Umständen nach der Beurteilung
 des Faches.
Soweit wir oder unsere Garanten nicht bereits auf Grund von Erfahrungen ein
Urteil über die Deckungsmöglichkeit eines Delkredere-Angebots haben, bedarf es von
Fall zu Fall einer Bearbeitung der Anfrage. Hierzu ist erforderlich:
Nennung des Namens und Wohnortes des Delkredere-Abgebers,
Aufgabe der Firma des Schuldners, nebst dessen Wohnort, sowie Angabe der
Branche oder des Artikels.
Angabe, ob es sich um Wechsel oder Buchforderung handelt,
zenaue Aufgabe der unter Delkredere zu bringenden Posten, Betrag und Verfall,
Angabe, ob bereits vorhandene Forderungen oder erst später zu tätigende Geschäfte,

as) Aus der Praxis des Diskontgeschäftes.

In einzelnen Branchen bilden sich im Diskontverkehr mitunter Eigenarten
 aus. Eine solche finden wir im Leipziger Rauchwarenhandel,
im sog. Brühl-Geschäft — so benannt, weil in der Straße „Am Brühl“ die
Mehrzahl der Rauchwarenhändler ihr Domizil hat. In einem Aufsatz,
den ich anläßlich einiger Zahlungseinstellungen veröffentlichte, gab ich
folgende Milieuschilderung, die auch in die Praxis des Diskontgeschäftes
 im allgemeinen einführt:
Wer in den Vormittag- und in den frühen Nachmittagstunden durch
den Brühl wandert, wird einer Menge Gestalten begegnen, die an Veitel
Itzig in Gustav Freytags „Soll und Haben“ erinnern. Auf der Straße
werden Offerten gemacht, und zur Besichtigung der, meist „am Brühl“ in
verschiedenen Stockwerken gelegenen Lager wird eingeladen; ist nach oft
recht langem Handeln das Geschäft zustande gekommen, So geht’s ans
Bezahlen. Barkäufe sind verhältnismäßig gering, und beim Ausschreiben
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