Das Brühl-Geschäft stellt an. die Bankleiter die höchsten Anforderungen.
Neben einer Menge ehrlicher, fleißiger, tüchtiger Geschäftsleute, die natürlich,
 wie jeder Kaufmann, auch auf ihren Vorteil bedacht sind, mit denen
aber Geschäfte zu machen und über Geschäfte ihrer Branche zu. reden
mir persönlich stets große Freude bereitet hat, gibt es eine ganze Zahl
zweifelhafter Firmen, die nach außen oft viel vornehmer als die der erstgenannten
 Kategorie auftreten, über die man aber nie ein klares Bild
gewinnt, und über die, zum Teil wohl auch, weil die Inhaber Ausländer
sind, die Berichte ganz verschieden lauten.
Die Auskünfte und das dauernde sich ä&amp; jour-Halten über die Verhältnisse
 ist bei diesem eigenartigen Geschäft die Hauptsache. Wer einige
größere Firmen der Branche (Properhändler und Kommissionäre, für die
diese Milieu-Schilderung natürlich nicht zutrifft) als Vertrauensleute
hat, die er jederzeit erreichen kann, besitzt einen Vorsprung vor anderen,
denen diese Quellen nicht offenstehen.
Von Wichtigkeit ist weiter, sich dauernd über die Preise der einzelnen
Artikel auf dem laufenden zu halten und auch die Auktionen und Meßpreise
 zu beobachten. Man kennt von jedem Kunden seine Spezialität
(schwarze Ware, Fohlenfelle, Biber usw.), und wenn große Preisrückgänge
stattfinden, läßt man sich Bücher und Bestände zeigen und unterhält sich
mit dem einen Kunden unauffällig über die Geschäfte des anderen, über
seine Einkäufe, Verkäufe, Lagerbestände usw.

Als Sicherheit wird neben dem Wechsel oft auch noch ein Posten
Ware gegeben, die bei dem Spediteur, im Lagerhause oder einer sonstigen
Vertrauensperson, mitunter auch beim Kunden selbst, in einem abgeson-Jerten
 Raum, für die Bank ruht. Auch Teildiskontierungen finden bei
schwächeren Firmen statt, d. h. vom Diskonterlös bleiben 10, 15 oder 20 %
als Sicherheit bei der Bank auf Konto so lange stehen, bis der diskontierte
Wechsel bezahlt ist.
Können sich Banken und Bankiers durch die erwähnten Vorsichtsmaß-:;egeln
 vor allem auch durch ein gutgeordnetes Auskunftsmaterial, in gewisser
 Weise schützen, so liegt doch in diesem Geschäft eine sehr große
Gefahr darin, daß, infolge der zahlreichen Bankverbindungen
der Rauchwarenhändler, keine Bank auch nur annähernd das Gesamt-Wechsel-Obligo
 ihrer Klienten kennt, nicht weiß, wieviel Akzepte von den
ainzelnen Firmen im Umlauf sind. Daß, wie kürzlich bei einem Zusammenbruche
 am Brühl, dieselbe Ware dreimal verpfändet worden war, mag

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