(in Österreich) lediglich das Akzept, das derjenige, der seine Buchforderung
 abtritt, in Höhe des dagegen von der Bank erhaltenen Vorschusses
geben muß.
Wenn auch bereits im Jahre 1859 der Vereinstag deutscher Vorschußvereine zu
Weimar beschlossen hatte, „die Diskontierung von Buchforderungen der Gewerbetreibenden
 an ihre Kunden (und Arbeiter), wie diese Einrichtung in Gotha bestehe,
den Vereinen zur Erwägung und tunlichen Berücksichtigung zu
empfehlen“, und solche „Diskontierungen‘“ in Deutschland vereinzelt vorkamen, so
hat doch erst der Aufsatz in der „Frankfurter Zeitung“ vom 2. August 1907, „Diskontierung
 der Buchaußenstände (Ein Vorschlag zur Fortbildung der deutschen
Kreditorganisation)‘“ weitere Kreise auf diesen Geschäftszweig aufmerksam gemacht,
Die weniger kapitalkräftigen Produzenten befinden sich in einer
schwierigen Lage, wenn die Kunden sich wechselmäßig nicht verpflichten
wollen, sie ihrerseits hingegen die Rohprodukte bar oder in kurzer Frist
bezahlen müssen, von den Banken aber Blankokredit nicht eingeräumt
arhalten. Ist der Kreislauf der Werte: Geld-—Ware—Forderung—Wechsel
—Geld, unterbunden, so ist eine Lücke im Kreditwesen auszufüllen, und
"ür Gewerbetreibende und Kaufleute war es ein Rettungsanker, als Banzen
 und Genossenschaften es ihnen ermöglichten, ihre Außenstände zu
mobilisieren. Kredit wurde gegen Verpfändung oder Abtretung der Buchforderungen
 gewährt, und Forderungen wurden flüssig gemacht, wie es
sonst nur mit Hilfe des Kundenwechsels möglich war.
InÖsterreich war die „Escomptierung (offener) Buchforderungen“ schon lange
in weitverbreiteter Geschäftszweig. Die Banken gewährten oft diesen Kredit nicht
jelbst, sondern eigens zu diesem Zwecke gegründete Gesellschaften (1908 war ihre
Zahl 30) betrieben diese besondere Form des Kreditgeschäfts. Auch in Frankreich
 und in den Vereinigten Staaten von Amerika hatten die Dissontierungen
 von Buchforderungen Verbreitung gefunden.
In Deutschland war es zuerst die Deutsche Ban k, die mit dem ausgesprochenen
 Zweck, eine Gesundung der Zahlungsverhältnisse anzubahnen, im Februar 1909
ine „Abteilung für Diskontierung von Buchforderungen“ ins Leben rief. Kurz nachher
 errichtete die Deutsche Effekten- und Wechselbank in Frankfurt a. M. ebenfalls
eine Abteilung für diesen Geschäftszweig. Eine im April 1908 in Frankfurt a. M.
gegründete, später Mitteldeutsche Treuhand Aktiengesellschaft firmierende Gesellschaft
 konnte aber mit der Diskontierung von Buchforderungen keine Erfolge erzielen.
 Dagegen hat eine genossenschaftliche, gleiche Zwecke verfolgende Gründung,
die Diskontogesellschaft bei der Gewerbebank Ulm, e, 6. m. b. H., nach den Geschäftsberichten
 zu urteilen, in ihrem kleinen Wirkungskreise eine sehr segensreiche
Tätigkeit ausgeübt. Eine größere Anzahl neuer Gesellschaften sind, hauptsächlich
infolge unzulänglicher Mittel und zu hoher Unkosten, nach kurzem Dasein wieder
verschwunden.

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