Ende 1928 hatte die Reichsbank 92,2 Millionen RM Darlehen gegen Wechsel-Unterpfand
 gegeben.
Vor dem Kriege spielte, insbesondere auch für Deutschland, eine wesentliche
 Rolle das sog. Pensionsgeschäft.
Zur Ausnutzung des billigeren Zinssatzes im Auslande werden öfters
Wechsel in Pension gegeben. Ist z. B. der Zinssatz in Frankreich niedriger
als in Deutschland, so nutzen dies deutsche Banken aus, indem sie französische
 Gelder aufnehmen, d. h. sie schließen einen Darlehnsvertrag mit
französischen Banken ab, zu einem vereinbarten Zins, der sich etwas
über dem Pariser Privatdiskontsatz hält. Als Unterpfand werden „Prima-Diskonten“
 gesandt — meist Bankakzepte von Provinzbanken und gute
Warenwechsel in größeren Beträgen —, die in blanco giriert werden. Mit
Ablauf des Lombards oder spätestens 10 Tage vor Fälligkeit der in Pension
 gegebenen Wechsel werden diese an den Pfandbesteller zurückgegeben,
 damit er sie einziehen kann.
Mit diesem Geschäft ist, da die Pariser Firma einen Kursverlust nicht
trägt (change assur6), für die deutsche Firma ein Kursrisiko verknüpft:
Muß die Berliner Bankfirma bei Rückzahlung des Lombards für die
Devise Paris einen höheren Kurs zahlen, als der war, zu dem sie s. Z. das
entstandene Guthaben verwerten konnte, so geht dieses Risiko zu ihren
Lasten. Sind die Kurse für sie ungünstig, so wird natürlich die Berliner
Bank bestrebt sein, das Darlehen, evtl. auch zu etwas ungünstigeren Bedingungen,
 zu prolongieren; für die fällig werdenden Wechsel sind dann
neue, im gleichen Gesamtbetrage, nach Paris zu senden. Natürlich können
sich die Wechselkurse auch so gestalten, daß für den. Darlehnsnehmer sich
ein Valutagewinn ergibt. Da man aber das Risiko oder die Chancen ziffernmäßig
 nicht erfassen, also in die Zins-Arbitrage, auf diese läuft ja
schließlich das Geschäft heraus, nicht einkalkulieren kann, sucht man auf
möglichst lange Termine abzuschließen.
Vordem Kriege wickelte sich das Geschäft unter Schützung des Geldnehmers
 gegen Kursrisiko in folgender Weise ab: Die A-Bank in Berlin will die 11/2 9%
Spannung, die zwischen dem Privatsatz in Deutschland und Frankreich besteht, ausnutzen
 und 1äßt sich eine für einen Tag gültige Offerte einer französischen Bank B
in Paris für 1 Million Fr. auf ca. 80 Tage machen. Mit 41 /2 °/o kann sie für 800 000 M
„Prima 3 Monat Wechsel“ zu 45/8 °%/o kaufen. Die französische Bank stellt ihr das
Geld mit 3%16°%o an. Die A-Bank akzeptiert am 18, Juni die Offerte, sendet die
Wechsel, mit ihrem Blanko-Giro versehen, an die B-Bank in Paris und verkauft auf
Grund des ihr in Paris entstehenden Guthabens 1 Million Fr. Schecks Paris — mit
dem Erlös zahlt sie die in Berlin gekauften Privatdiskonten—. deckt sich aber sofort

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