2, Fixes Geld: Die Rückzahlung und Rückforderung ist für eine
bestimmte Zeit ausgeschlossen. Entweder wird der Zeitpunkt der Rückzahlung
 von vornherein festgesetzt — es wird z. B. Geld gegeben bis zum
19. Dezember — oder aber, weit seltener, das Darlehen wird aufgenommen
„bis zum ........ fx und von da ab täglich“.
Das Darlehen für eine festbestimmte Zeit hatte an der Berliner Börse
besondere Bedeutung erlangt durch die großen Kapitalsausleihungen der
Preußischen Staatsbank. Sie gibt das Geld relativ billig, stellt aber an die
Bonität des Unterpfandes wie des Darlehnsnehmers hohe Anforderungen.

b) Ultimo- und Reportgeld.

Monatsgeld nennt man das von einem Börsenultimo zum nächsten
gegebene Darlehen. Seine beiden Arten sind Ultimogeld und Reportgeld.
 Das Ultimogeld ist ein Lombarddarlehen mit fester Zeitdauer,
 und zwar für einen Monat. Der dafür zu entrichtende Zins ist
vegelmäßig höher als für „tägliches Geld“
Ultimogeld wird in bedeutendem Umfange seitens der Effektenspekulation
 benutzt. Derjenige, der auf ein Steigen der Kurse spekuliert (Haussier),
 seine Hoffnungen aber nicht erfüllt gesehen und daher nicht verkauft
 hat, kann am Monatsende die per Ultimo gekauften Effekten abnehmen
 und sich etwa 80% des Kaufpreises durch Entnahme von Ultimogeld
 beschaffen. Er verkauft dann die Effekten per Ultimo des nächsten
Monats und zahlt mit dem Erlös das Ultimogeld zurück. Dieser Modus
ist aber im Verkehr des Privatkunden mit seinem Bankier nicht üblich.
Gebräuchlich ist vielmehr die folgende Art, die Reportierung:
Der Hausse-Spekulant A verfährt in der Weise, daß er die per Ultimo
— sagen wir Mai- abzunehmenden Wertpapiere einem Dritten, B, gegen
Erstattung des zum Liquidationskurse umgerechneten Gegenwertes per
Ultimo des laufenden Monats (Mai) verkauft und gleichzeitig dieselben
Papiere von dem B per Ultimo Juni zurückkauft, „er schiebt sein Engagement“.
 A ist dann erst Ultimo Juni zur Abnahme der im Mai gekauften
Effekten verpflichtet und hat noch die Chance einer Kurssteigerung für
den ganzen Monat Juni.
Derjenige, der die Stücke hereingibt, heißt Hineingeber, derjenige,
der den Kaufpreis auslegt, das Geld gibt und dafür die Stücke empfängt,
wird Reporteur (Hereinnehmer) genannt.
Sein Engagement prolongieren kann auch derjenige, der auf ein F allen
der Kurse (ä la baisse) spekuliert hat, d. h. wer Papiere auf Zeit ver-383
