papier Anfang der 1890er Jahre waren in diesen beiden Ländern die
Credit-Aktien (das sind die Aktien der Österreichischen Credit-Anstalt
 für Handel und Gewerbe). An den österreichischen Börsen bestanden
 große Engagements ä la hausse in diesen. Aktien, in Deutschland
dagegen hielt man ihren Kurs für zu hoch und verkaufte sie in blanco
(fixte sie). ;
So kam es, daß Credit-Aktien in Deutschland bei der Ultimo-Prolongation
 meist stark gesucht waren (die Fixer benötigten sie zur Ablieferung),
 während sie in Österreich in großen Posten zur Reportierung angeboten
 wurden. Die hierdurch bedingte Differenz in den Schiebungssätzen
 zwischen Österreich und Deutschland wurde von der Arbitrage
ausgenutzt: Der Arbitrageur kaufte Credit-Aktien in Berlin oder Breslau
 (das damals ein großer Platz für Credit-Aktien war) oder einer
anderen deutschen Börse und verkaufte sie in Wien.
Die Glattstellung der Valuta erfolgte in Wien, indem man
dort Zahlung Berlin (Marknoten) per Termin kaufte, In der Schiebung
in Wien gab man dann diese Marknoten herein — was nur wenig Kosten
verursachte — und nahm Credit-Aktien herein, wobei, da Geld für
Reportzwecke lebhaft begehrt wurde, der deutsche Arbitrageur eine sehr
gute Verzinsung seines Geldes erzielte. Diese Aktien gab der Arbitrageur
aun in Berlin oder Breslau usw. herein. Da Credit-Aktien infolge der
zroßen Baissenengagements stark begehrt wurden, erhielt er das Geld zu
sehr niedrigem Zinsfuß. Hoher Report also in Österreich, niedriger Report
 oder gar Deport in Deutschland! Das Geschäft war zeitweise so
‚ohnend, daß deutsche Arbitrageure, lediglich um die Prolongationslifferenz
 zu verdienen, große Positionen aufbauten. Sie konnten es
somit ertragen, wenn auch die Arbitrage als solche keinen Gewinn abwarf.

Wer Effekten abzunehmen hat, kann sich das Geld auch in der Weise
geschaffen, daß er gegen Hinterlegung anderer Effekten Ultimogeld
aufnimmt. Es liegt dann ein Lombardgeschäft vor.
Reportgeld ist in der Regel etwas teurer als Ultimogeld. Dies liegt zum
großen Teil daran, daß derjenige, der Ultimogeld gegen Hinterlegung von
Effekten gibt, eine Marge von 10—20% hat, während beim Reportgeschäft
jer volle Kurswert der Effekten gegeben wird. Eine Verteuerung tritt
beim Reportverfahren, gegenüber der einfachen Lombardierung, vor allem
durch die Börsenumsatzsteuer ein, die jedoch bei Report- (Kost-) Geachäften
 nur einmal (und zwar von dem höheren Werte) zu zahlen ist.
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