aber auch Privatbankiers, deren Akzeptumlauf von anderer Seite ziffernmäßig
 nicht erfaßt werden kann, mit ihrem Akzept nicht allzu sparsam
umgehen und dadurch jedem neu an sie herantretenden Kreditbegehr genügen.
 Als Norm hat man früher aufgestellt: Der Akzeptumlauf einer
Bank soll nicht größer sein: als ihr Aktienkapital plus Reservefonds?).
So mechanisch läßt sich aber diese Frage nicht regeln. Die Hauptsache
ist schließlich doch die Beantwortung der Frage: Wofür ist das Akzept
gegeben worden? Ein Bankakzept, dem Warenforderungen zugrunde
liegen, muß anders beurteilt werden. wie ein Akzept, das der Beschaffung
von Mitteln zur Börsenspekulation dient. Die Bank muß sich auch immer
fragen: Wie wird es in kritischen Zeiten? Da kann es für sie gefährlich
werden, wenn sie einen großen Teil des Kredits ihren Kunden in Akzepten
zur Verfügung gestellt hat, die sie mangels Deckung durch den Ausstelser
 selber einlösen muß ?).
In der Nachkriegszeit hat sich der Akzeptumlauf der Banken, gemessen
an deren Aktienkapital und Reserven, erheblich verringert. Die Banken
dürfen nicht — und wollen auch nicht — ihr kurzfristiges Akzept geben
für Verpflichtungen, die langfristig sind und die nicht, wie oft vor dem
Kriege, durch Obligationen- oder Aktienausgabe abgelöst werden.
Waskostetder Akzeptkredit? Bei 1, % Akzeptprovision pro
Quartal — 1*/, °/, P-. 2. Wechselstempel 1%, 4mal im Jahre =— 4%,
p. a, 1 Tag Zinsverlust dadurch, daß dem Aussteller das Akzept 1 Tag
vor Verfall belastet wird, und Zinsdifferenz zwischen Banksatz und Privatsatz
 für die letzten 5 Tage ca. 0,25 °/,. Das ergibt zusammen etwa 2 °%/,.
1) Es betrug der Akzeptumlauf am 30. April 1929:
in Millionen Reichsmark
Deutsche Bank. . . ... 117,6
Dresdner Bank. . . . 97,2
Disconto-Gesellschaft . . . . .- 71,0
Darmstädter und Nationalbank K.a. A. 85,1
Commerz- und Privat-Bank . . . . 70,6
Reichs-Kredit-Gesellschaft A.-G. . . . 18,0
Der Akzeptumlauf der Großbanken zusammen betrug 459,5 Millionen RM;
dagegen ihr Aktienkapital 560, ihr Reservefonds 294,1 Millionen RM.
?) Geh. Oberfinanzrat Hugo Hartung, ein sehr erfahrener Bankpraktiker,
sagt in seiner Schrift: „Die Depositengelder in der Bankenquete“, daß die Banken
durch ihr Akzept ein Mittel haben, sich selbst Kredit zu schaffen, ähnlich wie
ine Notenbank durch Ausgabe ihrer Banknoten selber die Mittel kreiert, mit
denen sie Zahlung leistet. Der Unterschied sei jedenfalls kein prinzipieller, sondern
nur ein gradueller.

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