Ist der Privatdiskontsatz 6°, so wird der Kunde das Akzept einer
guten Bank mit etwa 6*/, °/, verwerten können. Einschließlich der genannten
 Spesen kostet ihm das Geld also, bei Zugrundelegung von */, °/,
Akzeptprovision, 81/—8%/, °/., d. h. etwa 8 °/, weniger als beim Barkredit
im Kontokorrent. Dieser Weg der Kapitalbeschaffung ist somit für den
Kreditnehmer der günstigste. Die Bank wird aber unter den gegenwärtigen
 Verhältnissen ihr Akzept nur zur Verfügung stellen, wenn die
Wahrscheinlichkeit besteht, daß das Akzept nach einem Vierteljahr eingelöst
 wird, also nicht dauernd prolongiert zu werden braucht.
Die Bank kauft dem Kunden ihr Akzept entweder selbst ab, oder sie
läßt es ihn bei einer anderen Bank verkaufen. Kauft sie das Akzept, so
tauschtsiees (s. S. 330) und nimfnt dieses Tauschakzept in ihr Portefeuille,
 oder aber — und das kommt weit häufiger vor — sie verkauft es sofort
 an der Börse oder bei der Hypothekenbank, für deren Pfandbriefabsatz
sie sich besonders einsetzt, oder sendet es einer ihrer Bankverbindungen
am Hauptbörsenplatz. Mit diesen bestehen meist dahingehende Vereinbarungen,
 daß sie das Akzept !/g—1/, °/g über dem Satze, den der Privatdiskont
 am Tage des Eintreffens des Akzepts notiert, diskontieren;
oder aber die Kondition ist: Privatdiskont -+1!/,. (oder 1) %/99 Provision;
oder: Privatdiskont ohne weitere Provision, aber der Betrag läuft über
das provisionspflichtige Conto ordinario und nicht, wie in den anderen
Fällen, über das provisionsfreie Scheckkonto (s. S. 297). Die Bank, die
den Wechsel kauft, gibt also dem Kunden der fremden Bank (dem Akzeptanten)
 Kredit zu einem niedrigeren Zinssatz als ihren eigenen Kunden
 im Kontokorrent- oder Lombardverkehr. Infolge der leichten Veräußerlichkeit
 des Bankakzepts wird eine an und für sich illiquide Anlage
— indem der Kredit auf dem Umwege über den Akzeptkredit an eine
andere Bank gewährt wird — zu einer äußerst liquiden Anlage.
Bei Verfall muß die Bank das Akzept, das sie gegeben hat, auf alle
Fälle einlösen, auch wenn der Aussteller den Gegenwert nicht, wie vereinbart,
 einen Tag vor Fälligkeit überwiesen hat. Zur Beschaffung des
Betrages verkauft der Kreditnehmer mitunter die Erneuerungstratte an
eine andere Bank, und gegen Zahlung des Diskonterlöses akzeptiert die
bezogene Bank („kombiniert“ oder „Zug um Zug“),
Oft ist die Gesamthöhe der eigenen Akzepte, die eine Bank von einer
anderen hereinnimmt, limitiert, z. B.: „Wir nehmen von Ihnen Privatdiskonten
 bis zum Betrage von 600000 RM (Gesamtobligo) herein, mit der

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