Durch größere oder kleinere Konzessionen suchen die Hypothekenbanken
 das Interesse der Banken und Bankiers für ihre Pfandbriefe zu
gewinnen. So werden oft Effektenverkäufe, als Anschaffungen für gekaufte
 Hypothekenbankpfandbriefe, von der betr. Hypothekenbank franko
Provision und, wenn unlimitiert, auch franko Courtage ausgeführt. Den
Provinzbanken und -bankiers werden Wechsel und auch eigene Akzepte
zu relativ niedrigem Satz diskontiert. Guthaben aus Kommissionsverkäufen
 werden zu niedrigem Zinsfuß eine Zeitlang stehen gelassen usw.
Große Abnehmer sucht die Hypothekenbank dauernd an sich zu fesseln,
indem sie einen der Firmeninhaber oder einen Direktor der betreffenden
Bank in den Aufsichtsrat wählt. ;
Die Bonifikation wird in allen Fällen nur unter der Bedingung gewährt,
 daß es sich um eine dauernde Anlage handelt. Werden die
Pfandbriefe innerhalb eines Jahres wieder verkauft, so ist die Bonifikation
 ganz oder teilweise zurückzuvergüten. In den Bedingungen einer
Hypothekenbank heißt es z. B.: Die ganze Bonifikation wird zurückbelastet,
 wenn die verkauften Stücke innerhalb von 6 Monaten an uns
zurückfließen, die Hälfte der Bonifikation, wenn sie innerhalb des 3,, ein
Viertel der Bonifikation, wenn sie innerhalb des 4. Vierteljahres nach
Verkauf an uns zurückkommen, Um diese Rückvergütung zu vermeiden,
nehmen manche Banken die durch sie verkauften Pfandbriefe, die ihr
kurz vor Ablauf der Frist zum Wiederverkauf übergeben werden, in den
eigenen Bestand, bis die Frist abgelaufen ist. Dem Kunden müssen sie die
Pfandbriefe natürlich sofort abrechnen. Da die Hypothekenbank allein als
Käufer in Betracht kommt, erhält sie von dem Verkauf sofort Kenntnis.
Um den Kurs möglichst stabil zu halten (unter Berücksichtigung der Lage
des Geldmarktes), nimmt sie alles auf den Markt kommende Material auf.
Der Nettoertrag der durch die Pfandbriefe repräsentierten Hypotheken
 berechnet sich durchschnittlich auf % %. Je größer der Pfandbriefumlauf
 im Verhältnis zum Aktienkapital ist, desto größer ist natürlich
 der Anteil des Hypotheken- und Pfandbriefgeschäftes am Gesamtgewinn
 der Hypothekenbank. Neben der Marge von etwa % % zwischen
Hypothekenleihsatz und Pfandbriefzinssatz ist Gewinnquelle für die Hy-Pothekenbanken
 die Abschlußprovision (Beleihungsgebühr). Sie
bewegt sich zwischen 1—2 % der Darlehnssumme und wird auch bei
Prolongation (Verlängerung der Hypothek) erhoben.
Da es den Hypothekenbanken nicht möglich war, die Erträge entspre-2hend
 der Unkostenerhöhung zu steigern, waren sie bemüht, Kosten zu
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