getilgt ist, erfolgen. Der Tilgungsplan wird den Schuldverschreibungen beigedruckt.
 Bis zum 1. Juli 1930 soll die Anleihe unkündbar sein. Von da an steht
der Stadt das Recht der jederzeitigen Kündigung der im Umlauf befindlichen
Schuldverschreibungen oder Teile derselben zu. Die Richtlinien, unter denen die
Anleihe vergeben werden soll, stehen auf Wunsch kostenlos zur Verfügung.
Die Banken, die gewillt sind, die Anleihe zu übernehmen, werden eingeladen,
:hre Angebote bis längstens 20. Juli 1922 bei der unterfertigten Stelle abzugeben.
Worms, den 6. Juli 1922,

Der Oberbürgermeister.

Auf Grund dieses Inserats haben eine Anzahl Banken und Bankfirmen
Offerten abgegeben, und zwar vielfach auch in der Weise, daß 2, 3 oder
mehrere von ihnen ein gemeinschaftliches Angebot gemacht und unter
sich die Vereinbarung getroffen haben, in welchem Prozentsatz bei einem
Zuschlage die einzelnen Firmen beteiligt sein sollen.
Die Offerte wird gemacht auf Grund des Kurses der alten, bereits an
der Börse notierten Anleihe und der augenblicklichen Kurse der anderen
Anleihen größerer Städte. Die Firma oder die Gruppe (Konsortium), die
den höchsten Kurs bietet, oder deren Gebot sonst am günstigsten erscheint
 — der Kurs allein ist nicht maßgebend, wenn die Bedingungen
seitens des Emittenten nicht vorher genau festgelegt sind, so z. B. hinsichtlich
 der Stempel- und Einführungskosten —, wird die Anleihe in der
Revel erhalten 1).

Bei nur geringen Differenzen — manchmal ist es nur 1 Pfennig —
zwischen dem höchsten und dem zweithöchsten Gebot wird man den
Bankfirmen des Platzes gegenüber den auswärtigen Häusern den Vorzug
 geben. Das hat gerade bei Stadtanleihen insofern eine gewisse Berechtigung,
 als die Einwohner der eigenen Stadt naturgemäß ein größeres
Interesse für diese Anleihe besitzen als Auswärtige, und die Bankfirmen
des Platzes, deren Gebot nicht akzeptiert worden ist, natürlich kein Interesse
 an dem Zeichnungserfolg haben werden. Als Zeichnungsstelle
am Platze werden dann auch solche Firmen dienen, die kein Gebot
abgegeben haben. aber jetzt von dem Konsortium, das den Zuschlax er-1)

 Während in der Vorkriegszeit die Kommunen direkt mit den Geldgebern
verhandelten, schieben sich heute oft eine Anzahl von Geldvermittlern dazwischen,
und die Darlehnsbedingungen sind nicht so klar wie früher. Das gilt insbesondere
auch für Angebote auf der Basis von Kommunalobligationen. Wegen der schwierigen
Geldverhältnisse in Deutschland haben in den letzten Jahren viele Kommunen sich
Gelder durch Auslandsanleihen beschafft

{54