Bei Begebung einer Anleihe hat der Emittent sich zu entscheiden, ob
er einige Firmen zur Submission auffordert, oder ob er eine allgemeine
Submission veranstaltet. Zum großen Teil hängt die Beantwortung der
Frage von dem zu emittierenden Papiere ab. Bei Lokalpapieren und Anleihen
 geringen Betrages werden auswärtige, nicht am Platz durch Filialen
usw. vertretene Firmen im allgemeinen weniger in Betracht kommen, als
bei in- oder ausländischen Staatsanleihen.
Für Übernahme und Unterbringung gewisser Anleihen haben sich bestimmte
 Banken und Bankfirmen ein für allemal, mit mehr oder
minder enger Bindung der einzelnen, zusammengeschlossen1!). So besteht
behufs Übernahme und Emission deutscher Reichsanleihen das Reichskonsortium,
 das sich wie folgt zusammensetzt:
Berlin: Reichsbank. — Preußische Staatsbank (Seehandlung). — Berliner
Handels-Gesellschaft. — S. Bleichröder. — Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft.
 — Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. —
Delbrück Schickler &amp; Co. — Deutsche Bank. — Deutsche Girozentrale - Deutsche
Kommunalbank, — Deutsche Landesbankenzentrale A.-G. — Direetion der Disconto-Gesellschaft.
 — Dresdner Bank, — J. Dreyfus &amp; Co. — Hardy &amp; Co. G. m. b. H. —
F. W, Krause &amp; Co., Bankgeschäft Kommanditgesellschaft auf Aktien. — Mendelssohn
 &amp; Co. — Preußische Zentralgenossenschaftskasse. — Reichs-Kredit-Gesellschaft
Aktiengesellschaft. — Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.G. Au gSburg:
 Friedr. Schmid &amp; Co. Bamberg: A. E. Wassermann. Braunschweig:
 Braunschweigische Staatsbank (Leihhausanstalt), Bremen: J, F.
Schröder Bank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Breslau: Eichborn &amp; Co. —
E. Heimann. Chemnitz: Bayer &amp; Heinze. Dessau: Anhalt-Dessauische
Landesbank in Dessau. Dresden: Gebr. Arnhold. — Sächsische Staatsbank, —
Bondi &amp; Maron. — Philipp Elimeyer. — S. Mattersdorff, Düsseldorf: Barmer
Bank-Verein Hinsberg, Fischer &amp; Comp. Kommanditgesellschaft auf Aktien. —
B. Simons &amp; Co. Essen: Simon Hirschland. Frankfurta. M.: Gebr. Bethmann.
 — Deutsche Effeeten- und Wechsel-Bank. — Lincoln Menny Oppenheimer, —
Lazard Speyer-Ellissen Kommanditgesellschaft auf Aktien. — Jacob S. H. Stern. —
Bass &amp; Herz. — Frankfurter Bank. — Georg Hauck &amp; Sohn. — E. Ladenburg. —
Ernst Wertheimber &amp; Co. Halle a, d. S.: Hallescher Bankverein von Kulisch,
Kaempf &amp; Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien. — H, F. Lehmann. — Reinhold
Steckner. Hamburg: L. Behrens &amp; Söhne. — Norddeutsche Bank in Hamburg.

1) Über den Wert der Konsortien äußerte sich bereits der Jahresbericht der
Darmstädter Bank von 1860. Dort heißt es hinsichtlich einer Anzahl der
von der Bank übernommenen Emissionen: „Alle diese Geschäfte wurden im Verein
 mit anderen Instituten, die zu diesem Zweck eine Vertragsgesellschaft
(Konsortium) gebildet hatten, abgeschlossen. ...... Diese Form hat ihre verschiedenen
 Vorzüge, indem sie das Risiko der einzelnen vermindert und zugleich die Durchführung
 erleichtert.“

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