Nicht immer aber wenden sich Banken und Bankfirmen mit ihren Anyeboten
 an andere Banken und Bankfirmen; manche kleine Firma, die oft
von. ihren Berufsgenossen nicht als Bankfirma anerkannt ist, geht mit
Ihrem Angebot hochverzinslicher, unnotierter Werte direkt ans Publikum.
Mit Aktien und Obligationen von wertlosen „Werten“ wird immer noch
Handel getrieben, und immer finden sich noch Leute, die auf solchen
Schwindel hineinfallen.
Daß man auch beim Aktienkauf en gros Rabatt bekommt, zeigt vorstehende
Annonce eines „kranken“ Aktionärs, die einmal etwas Abwechslung in die sonstigen
schwindelhaften Anpreisungen bringt.

d) Freihändiger Verkauf mit Option.

Mitunter wird auch folgendes Verfahren angewendet: Emissionsfirmen
der Konsortien überlassen einer oder mehreren rührigen Bankfirmen
einen Posten Aktien, Obligationen, Anleihen etwas billiger als zum Tageskurse
 und gewähren weiter, zu höherem Kurse, auf denselben oder den
doppelten Betrag, ein Optionsrecht.
Fürs Konsortium hat dies den Vorteil, daß es — wenn auch zu
einem niedrigeren als dem Börsenkurs — einen größeren Betrag abstoßen
kann und auf diese Weise sein Efekten- oder Konsortial-Konto auf einmal
 entlastet, während ein Verkauf, durch den nur die Nachfrage befriedigt
wird, sich über geraume Zeit erstrecken würde. Die Bankfirma, die
die Anleihe übernimmt, sucht Interessenten für das Papier und macht
„Stimmung“ dafür. Um den Kurs nicht heruntergehen zu lassen, wird die
Firma zeitweise auch kleine Beträge aufnehmen. Hat der Kurs angezogen,
3o wird vom Optionsrecht Gebrauch gemacht, Auch die Seehandlung
hat früher manchmal solche Verkäufe mit Option in Preußischen Konsols
vorgenommen.
Die Differenz zwischen Tageskurs und Übernahmekurs bzw. Optionskurs
 ist natürlich sehr verschieden, bei Aktien erheblich höher als bei
festverzinslichen Papieren,
Über die Option auf ein „Aktienpaket“ berichtet das Berliner Tageblatt vom
17. Juli 1922:
„Die Commerz- und Privatbank hatte s. Z. ca. 75% der Passageaktien erworben,
da sie sich mit dem Plan trug, deren Gebäude zur Erweiterung des Bankbetriebes
zu benutzen. Diese Pläne haben sich jedoch zerschlagen. Die Dreiviertelmehrheit
der Passageaktien ist nun vor kurzem der Berliner Bankfirma A. Falkenburger fest
an die Hand gegeben worden auf Grund einer Option, die noch eine Reihe von
Wochen läuft. Für den Fall der Nichtausübung ist ein Reugeld von mehreren

1/4