c) Wertpapiere mit veränderlichem Zinsertrage
(Aktien, Kuxe usw.) 2).
Gründung, Sanierung und Fusion von Aktiengesellschaften sind bereits
Gegenstand unserer Betrachtungen gewesen. In der Gesetzgebung über
Aktiengesellschaften sind in Deutschland drei Stadien zu verzeichnen:
1. Das Konzessionssystem des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuches:
 Zur Errichtung einer Aktiengesellschaft bedarf es der landesherrlichen
 Genehmigung.
2, Das System der Normativbestimmungen: Jede Handelsvereinigung
kann durch Eintragung in das Handelsregister Aktiengesellschaft werden,
sofern gewisse „Normen“ erfüllt sind.
8. Gegenwärtiges System: Feststellung der Verantwortlichkeit der
Gründer und der Gesellschaftsorgane.
In England werden in der Regel über Anteile von Aktiengesellschaften nicht
eigentliche shares als Aktienurkunden ausgegeben, sondern nur Zertifikate
über eine beliebige Anzahl von shares, die entsprechend der Eintragung im Aktienbuche
 auf den Namen der Aktionäre ausgefertigt werden. Der Verkauf der Zertifikate
 erfolgt auf Grund eines Transfer, dessen Unterschriften beglaubigt sein
müssen. Soll ein Teil der auf dem Zertifikat verzeichneten shares verkauft werden,
so hat der Verkäufer sein Zertifikat mit Transfer bei der Aktiengesellschaft zur
Teilung (splitting) einzureichen, welche alsdann über den verbleibenden Teil ein
balance certificate ausstellt. Seltener werden für den Handel an ausländischen Börsen
auch Inhaber-Zertifikate (shares warrants to bearer) ausgegeben. — Für die Registrierung
 von Transfers berechnen die Gesellschaften eine Gebühr von meist 2 sh 6 d
für den Transfer, bzw. für 100 shares. Dazu kommen noch die Kosten des
Transferstempels.
Die deutschen Aktien haben keinen einheitlichen Nennwert.
So gibt es bei einigen Gesellschaften noch Aktien von 20 RM an. Auf
Grund der 7. Verordnung zur Durchführung der Verordnung über Gold-&gt;



1) Literatur: Fr. Haußmann, Vom Aktienwesen und vom Aktienrecht.
Mannheim 1928, Ed. Heilfron, Handelsrecht. Berlin 1926. H. Koenige,
Handausgabe des Handelsgesetzbuches. Mannheim 1929. Lomnit z, Die systematische
 Bearbeitung der Veröffentlichungen von Aktiengesellschaften. Leipzig 1908.
R. Passow, Die Aktiengesellschaft, eine wirtschaftswissenschaftliche Studie. Jena
1922. W. Rathenau, Vom Aktienwesen. Berlin 1918. E. Schmalenbach,
F inanzierungen. Leipzig 1928. Staubs Kommentar zum Handelsgesetzbuch. Berlin
1926. H. Zickert, Aktien-Analysen. Königswusterhausen 1927. Informationsquellen
 für die Prüfung von Aktien: Salings Börsenjahrbuch,
Handbuch der Berliner Börse, Handbuch der Aktiengesellschaften, Spezial-Archiv
von Hoppenstedt, Archiv, Kartothek der Aktiengesellschaften (Kadag), Kuxenjahrbuch.
 Weiter auch die Literatur über Buchführung und Bilanzen,

32 Obst,BGI. 9.4.

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