große Schwierigkeit. Alles dreht sich um die Kurse. Sie sind „das Barometer
 fürs ganze nationale und internationale Geschäftsleben“ 1),
Die Marktbildung kann eine örtliche, eine zeitliche oder eine persönliche
 sein 2).
l. Örtliche Märkte bilden sich hauptsächlich an den großen
Börsen, Jedes Wertpapier wird an einer bestimmten Stelle des Börsensaales
 gehandelt; eine Anzahl Wertpapiere bilden einen Markt, der seinen
festen Platz hat; an der Berliner Börse gibt es eine große Anzahl solcher
Märkte, die sich um die Kursmakler, die die betr. Wertpapiere handeln,
gruppieren.
2. Von einer zeitlichen Marktbildung spricht man, wenn nur ein
großer Markt vorhanden ist und für alle’an der betr. Börse gehandelten
Wertpapiere der Reihe nach Kurse festgestellt werden. Rein ist dieses
System nicht mehr durchgeführt,
An der Leipziger Börse z. B. hat jede Bank und jede Bankfirma einen festen
Platz an der Barre; innerhalb dieser befinden sich die Kursmakler, die, von den
Auftraggebern gerufen, zu diesen betreffs Empfangnahme der Orders hin und her
ailen. Die Makler rufen der Reihe nach die Kurse der Effekten aus.
An der Breslauer Börse sind die zum Handel und zur Notierung amtlich zugelassenen
 Werte in 9 Gruppen geteilt; jede dieser Gruppen ist auf einer Tafel
vermerkt und einem bestimmten Makler zugeteilt. Aus den Verhandlungen zwischen
Maklern und Börsenbesuchern ergibt sich der Tageskurs, der vom Makler an die
Tafel angeschrieben wird; darauf wird zum nächsten Wertpapier übergegangen. Sind
für die Werte der 1. Gruppe die Kurse festgesetzt, so kommen die der 2., nachher
die der 3. Gruppe usw. dran; das Börsenpublikum wandert von Markt: zu Markt,
von der äußersten rechten nach der äußersten linken Säule. Sind alle Kurse in dieser
 Weise durchgesprochen, so ziehen sich die Kursmakler mit einem Vertreter des
Börsenvorstandes in das Kurszimmer zurück, wo unter Ausschluß der Öffentlichkeit
die amtliche Eintragung in das Börsenbuch erfolgt. In Zeiten lebhaften Börsengeschäfts
 dehnen sich die Kursverhandlungen über jedes einzelne Papier auf das
Vielfache der normalen Zeit aus. Es bestehen nun zwei Möglichkeiten: Entweder
die Börsenzeit muß wesentlich ausgedehnt werden, der Börsenschluß erheblich später
 erfolgen, oder aber: die Verhandlungen gehen an verschiedenen Stellen des Saales
gleichzeitig — an 2 Tafeln durch verschiedene Makler — vor sich. Ein Börsenvertreter
 (Bankier) kann — und das ist ein Nachteil gegenüber dem vorher beschriebenen
 System — natürlich nicht gleichzeitig an beiden Verhandlungen teilnehmen.
Bei dem außerordentlich zusammengeschrumpften Börsengeschäft (die Orders werden
mehr und mehr an die Berliner Börse gegeben) kommen diese Eventualitäten praktisch
 nicht in Betracht.
') Gustav Schmoller, Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre.
Il. Teil S. 30.
2) S. Fritz Schmidt, Die Effektenbörse und ihre Geschäfte. S. 63.

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