sie nicht besitzen (Baissiers, Fixer), in der Erwartung, sie später billiger wieder
zurückkaufen, „eindecken‘“ zu können!), Die Baissespekulation dämpft in
Zeiten aufsteigender Konjunktur etwas den Optimismus, indem sie auch
an die ungünstigen Momente erinnert. In Zeiten wirtschaftlichen Niederganges
 oder politischer Aufregung bewirkt sie, daß die Fixer sich
decken, d. h. als Käufer auftreten und dadurch verhüten, daß die Papiere un -
zerkäuflich werden,
Ein wirtschaftliches Bedürfnis erfüllt der Terminhandel weiter bei der Arbitrage
 in internationalen Werten und beim Handel derjenigen Valuten, deren
Kurse größeren Schwankungen unterworfen sind.
Die Gegner des Terminhandels beachten weniger diese Vorzüge als die Schäden,
die der Mißbrauch des Zeitgeschäfts und die Ausschreitungen der Speku-‚ation
 anrichten, und machen keinen Unterschied zwischen der volkswirtschaftlich berechtigten
 Spekulation, durch die auch größere Kursschwankungen vermieden werden,
ınd der Jobberei,. die, leider oft genug, von Leuten betrieben wird, denen jegliche
Sachkenntnis und wirtschaftliche Berechtigung hierzu abgeht. Daß Termingeschäfte
seitens geschäftsunkundiger Privatleute streng zu verurteilen sind,
wird auch von den Anhängern des Terminhandels nicht in Abrede gestellt.
In welchen Wertpapieren ein Terminhandel stattfindet, und wie groß
lie Mindestsummen sein müssen, in denen Abschlüsse (Engagements)
vollzogen werden dürfen, wird, unter Berücksichtigung der gesetzlichen
Bestimmungen, von den Vorständen der einzelnen Börsen festgesetzt. An
der Berliner Börse und an der Hamburger Börse beträgt die Mindestsumme
 („Börsenschluß“) im Terminhandel für die meisten Effekten 6000,
an der Frankfurter Börse 3000 RM. Werden Orders in diesen Mengen
oder in einem mehrfachen dieser Mengen erteilt, so bestimmt der Auftraggeber,
 ob die Order zum Einheits- oder zum varlablen bzw. zum Terminkurs
 ausgeführt werden soll, falls das betr. Papier auch per Termin oder
zariabel gehandelt wird.
Technik des Terminhandels, Um 12 (Sonnabends um 11) werden die
ersten Kurse der auf Zeit gehandelten Papiere in den Schranken festgesetzt.
 Die zu einer Gruppe vereinten Makler überblicken die bis dahin bei
ihnen eingegangenen Orders und teilen sich. gegenseitig mit, bei welchem
Kurse sie glatt sind, d. h. weder zu kaufen noch zu verkaufen haben.
Braucht der eine Kursmakler Ware, so sagt ihm der andere, ob und zu
welchem Kurse er zu verkaufen hat. Ist der eine Abgeber, so sagt der

1) An den englischen und amerikanischen Börsen werden die Haussiers »B ab 8
/Stiere), die Baissiers „Bears‘“ (Bären) genannt, in Frankreich „m ineurs
bzw. „contremineurs“. In Deutschland gebraucht man für die Gesamlhehk
derjenigen, die „in blanco“, „A d&amp;convert‘“ (ungedeckt) verkaufen. den Ausdru
„‚Kontremine‘“.

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