Leitungen nach den Börsen in Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Frankfurt a. M.,
Hamburg, Wien, Budapest, Paris, Brüssel, Mailand usw. Für die Abwicklung der von
außerhalb angemeldeten Gespräche werden die Börsenbesucher, die verlangt werden,
Jlurch Boten der Börsenverwaltung unter Übergabe eines Zettels benachrichtigt, auf
dem der Schalter vermerkt ist, von dem aus die Erledigung des Gesprächs in die
Wege geleitet wird.

Mit einigen dieser Börsen hat die Postverwaltung den Turnusverkehr einzeführt.
 Wer mit den betr. Börsen sprechen will, muß dies ein für allemal erklären
oder das Gespräch vor Beginn der Börse anmelden. Die Post setzt die Reihenfolge
der Gespräche fest und meldet diese auch der Börse, mit der gesprochen wird, so
laß z. B. B in Hamburg genau weiß, zu welcher Zeit er von seinem Berliner
Metisten telephonisch angerufen wird.
Eine Tafel am Eingang zu den 'Telephonzellen nennt die Reihenfolge, in der
Berliner Börsenbesucher die Hamburger, und eine andere Tafel die Reihenfolge,
in der Hamburger die Berliner Börsenbesucher anrufen. Eine Nummer über der
Tafel zeigt, welche Firmen z. Z. die beiden Leitungen benutzen. Alle im Turnusverkehr
 geführten Gespräche gelten als dringende Gespräche, kosten also die dreilache
 Gebühr.

A in Berlin meldet telephonisch dem B in Hamburg die Kurse der
Papiere, in. denen er glaubt, daß eine Arbitrage lohnend sei. Ist der Kurs
3ines Papieres in Berlin 152, in Hamburg 151,50%, so wird der Hamburger
 einen Posten von diesen Effekten zu 151,50% zu kaufen suchen,
Jann telephonisch oder telegraphisch — dringende Telegramme zwischen
den Hauptbörsen gehen knapp 5—10 Minuten — die Ausführung dem A
in Berlin melden, und dieser wird nun diese Effekten an der Berliner
Börse zu höherem Kurse zu verkaufen suchen. Die erste Ausführung, in
Jiesem Falle also der Kauf, erfolgt meist an demjenigen Platze, an. dem
in dem betreffenden Effekt ein geringerer Umsatz stattfindet, weil hier
mitunter schon ein kleiner Posten einen Einfluß auf den Kurs ausübt.
Geschähe es umgekehrt, hätte in diesem Falle der Berliner die Effekten
verkauft, dann bestände die Gefahr, daß der Metist in Hamburg sich
liesen Posten nicht beschaffen kann, und das Arbitragegeschäft würde
vielleicht anstatt des erhofften Gewinnes einen Verlust ergeben.

Verhältnismäßig jungen Datums ist die Arbitrage in deutschen Werten
mit New York. Sie nahm ihren Anfang (Mitte 1928) mit Norddeutschen
 Lloyd-Aktien, die in Form von Zertifikaten an der New Yorker Stock
Exchange eingeführt wurden. Andere deutsche Aktien kamen an die New
Yorker Stock Exchange zunächst in Form von Obligationen mit Bezugsrechten
 auf Aktien.

ZA