Auskunftserteilung und Vorlegung der Bücher soll von den Banken aber
nur dann verlangt werden, wenn die Verhandlungen mit dem Steuerpflichtigen
 nicht zum Ziel führen oder keinen Erfolg versprechen. Das
Finanzamt kann der Bank oder der Stelle, die das Schließfach überlassen
hat oder das Depot verwahrt, vorschreiben, dem Steuerpflichtigen während
 angemessen kurzer Frist nur unter Zuziehung eines vom Finanzamt
zu bezeichnenden Beamten Zutritt zum Schließfach zu gewähren oder
das Depot auszuhändigen (8 209 Reichsabgabenordnung).
Über die Höhe der Depots veröffentlichen die Banken in der Regel keine
Ziffern 1). Die Deutsche Reichsbank hatte am 31. Dezember 1928 58892 offene Depots,
 die in 3281 verschiedenen Effektengattungen angelegt waren und im Jahre 1928
47,56 Millionen RM Zinsen brachten. Die Mündeldep ots verringerten sich mehr
und mehr: Ende 1928 waren nur noch 613 Stück vorhanden.

b) Verschlossene Depots.
Verschlossene Depots unterliegen nicht den Bestimmungen. des Depotgesetzes.
 Dagegen haftet der Aufbewahrer, ebenso wie bei den offenen
Depots, für jeden Schaden, der durch nicht sorgfältige Verwaltung oder
durch Veruntreuungen seitens seiner Angestellten dem Deponenten erwächst.
 Keine Haftung dagegen wird von den Banken, der Reichsbank
inbegriffen, übernommen, wenn das Depot durch einen unabwendbaren,
außer ihrem Verschulden gelegenen Zufall (force majeure), z. B. durch
ein Naturereignis, vernichtet oder beschädigt werden sollte. ;
Als verschlossene Depots werden Wertgegenstände, die in Paketen,
Kisten, Taschen, Koffern usw. den Banken übergeben werden, angenommen.
 Die Behältnisse sind verschlossen und versiegelt, so daß ohne Verletzung
 der Siegel nichts herausgenommen werden kann.
Die Gebühren für Aufbewahrung verschlossener Depots richten sich
nach dem Umfange und dem deklarierten Wert. Sie sind bei den einzelnen
 Banken und Bankiers verschieden hoch, im allgemeinen aber
niedriger als bei der Reichsbank.
Zahl der verschlossenen Depots am 31. Dezember 1928 bei der Reichshauptbank
und den Reichsbankanstalten: 985. Die Zahl ist, ebenso wie die der offenen Depots,
Jast dauernd im Rückgang begriffen.

1) Nach einer Mitteilung von WaldemarMüller (Bank-Archiv vom 1 J anar
1909) verwaltete die Dresdner Bank bereits 1908 rund 2 Milliarden M offene
Depots.

AED

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