es aus Sparsamkeitsrücksichten geschehen ist, hat es sich stets bitter gerächt
 —, ungelernte Beamte als Korrespondenten, Buchhalter, Rechner
usw. einzustellen, auch wenn die Tätigkeit, die der Betreffende verrichten
soll, sich in wenig Tagen erlernen ließe. Der Beamte darf bei seiner auch
noch so zergliederten Arbeit den Blick fürs große Ganze nicht verlieren, er
muß die inneren Zusammenhänge erkennen, muß wissen, wie jede Speiche
in das große Rad einzugreifen hat, damit es nicht zum Stehen kommt,
Das ist auch wichtig für die Sicherheitsmaßregeln und Kon -
trollen — auf diese wird im II, Bande zurückzukommen sein —, die
naturgemäß in einem Großbetriebe in weit höherem Maße als in kleineren
oder mittleren Bankgeschäften erforderlich werden.
Das gute Funktionieren eines Betriebes ist von dessen organischem Aufbau
 abhängig. Welche Organisations-Grundsätze bestehen nun?
Ein für alle Bankbetriebe anwendbares Organisationsschema gibt es nicht.
Jeder Betriebsleiter (Chef oder Disponent einer Privatfirma, Direktor
einer Bank) benutzt diejenige Organisation, die ihm für seinen Betrieb
ım zweckmäßigsten erscheint. Die Schaffung einer guten Organisation
kostet oft geraume Zeit und viel Lehrgeld. Von diesem Gesichtspunkt
aus betrachtet, sagen viele Bankdirektoren und Bankiers, muß es doch
einleuchten, wenn wir unsere Organisation, und insbesondere auch unsere
Kontrolleinrichtungen, als Geschäftsgeheimnis betrachten und Fremden
sinen näheren Einblick in unseren Betrieb nicht gewähren !).
Dieser Auffassung kann nicht beigetreten werden. Rationalisierungsnaßnahmen
 sind keine Geheimverfahren, für die irgendeiner Priorität
beanspruchen kann, da viele Anregungen von außen gekommen sind”).
1) Ich selbst habe, zum Teil allerdings auf Grund persönlicher Beziehungen, bei
fast allen deutschen und ausländischen Banken weites Entgegenkommen gefunden.
Eine Bank allerdings schrieb: „Die für unseren inneren Dienst bestimmten Formulare
 bilden einen Teil unserer Organisation, die die geschäftliche Le istungsfähigkeit
 unseres Instituts bedingt. Wir lehnen daher stets
die Verabfolgung dieser Formulare ab“. Und der Organisationschef einer anderen
Großbank sagte mir: „Wir zeigen ganz gern unsere Organisation, nur nicht gerade
Leuten, die sachkundig sind und dann darüber schreiben oder reden.“
[m Gegensatz hierzu haben mehrere andere große Banken ganz offen ihre Organisation
 Bankvertretern des In- und Auslandes gezeigt. Die Dresdner Bank und
die Disconto-Gesellschaft haben sogar jede in einem Film, der in
vielen Orten vorgeführt worden ist und große Beachtung gefunden hat, ihre Be-Iriebsmethoden
 offen dargelegt.
2) E. Mosler, ein Geschäftsinhaber der Disconto-Gesellschaft, sagte in seinem
Vortrage (November 1927) über „Die Bedeutung der Rationalisierung für das deutsche
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