10. Drei Buchhalter führen das Kontokorrent und die Sachkonten, sie
machen die Tages- und Monatsbilanz, sowie den Halbjahres- und Jahresabschluß.

11. Der Registrator notiert die eingehende Post, verwahrt sie nach Erledigung
 mit den zugehörigen Kopien und expediert die abgehende Post.
Zwei Kassenboten haben die Geschäftsgänge zu erledigen, d. h.
vor allem: Zahlungen zu leisten, Wechsel einzuziehen, Gelder von der
Reichsbank zu holen, verkaufte Effekten abzuliefern usw., soweit die
Posten nicht durchs Clearing oder den (kürzlich geschaffenen) Kassenverein
 gehen. Nachmittags und abends helfen sie dem Registrator beim
„Postmachen“,
Daneben sind regelmäßig drei Lehrlinge tätig. Vom Tage des Eintritts
 an hat jeder eine bestimmte Arbeit: Der zuletzt Eingetretene kopiert
Wechsel und Schecks, nicht mehr, wie früher, in fest gebundenen Büchern,
 sondern auf losen Blättern, und zwar mit 2 Durchschlägen, aus
denen das Obligo- und das Verfallbuch hergestellt werden, führt die
Nummernbücher und hilft bei der Post. Der zweite, ein Jahr früher eingetretene
 Lehrling führt das Laufbuch und das Portobuch, in das jetzt
nur noch die Porti für Einschreibe- und Wertbriefe, Telegramme und
Telephongespräche eingetragen werden, und geht mit zur Börse, wo er
Depeschen schreibt und telephoniert (Kurse ansagt), während der älteste
Lehrling die Bank in der Abrechnungsstelle (Clearing) vertritt und die
damit im Zusammenhang stehenden Arbeiten zu erledigen hat. Nebenbei
wird jeder Lehrling nach Bedarf zu verschiedenen Arbeiten an den Maschinen
 und in der Buchhaltung herangezogen, so daß er, wenn er seine
Lehrzeit gut ausnutzt, alles, was in der Praxis des Provinzialbankgeschäftes
zu lernen ist, lernen kann. Kommt er dann, was, wenigstens für einige
Jahre, stets anzuraten ist, in eine Großbank, so merkt er bald verschiedene
Lücken. Ebenso groß werden diese allerdings für denjenigen sein, der
in einem Berliner Geschäft gelernt hat und num eine Kommisstelle in
einem Provinzialbankgeschäfte annimmt.

3. Die Bücher und der Geschäitsgang.

Als Buchhaltungssystem kommt, wie in jedem Bankbetriebe, die do ppelte
 Buchführung in Anwendung. Grundbücher waren früher
Kasse und Memorial, und zwar wurde je eine Kasse und ein Memorial
für die geraden und je ein Buch für die ungeraden Tage geführt. Dies

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