Über das Geschäft an der Berliner Börse unterrichten gut die täglich
erscheinenden. Börsenberichte von Karfunkelstein &amp;. Surel. Sie geben bei
einer größeren Anzahl von Effekten die Umsätze an, die nach den ihnen
zugegangenen Mitteilungen erfolgt sind, nennen die Namen der kaufenden
und verkaufenden Bankfirmen und suchen die Gründe, die eine Steigerung
oder ein Fallen der Kurse bewirkt haben, zu erforschen. Diese Berichte
sind eine Ergänzung zu den „Stimmungsberichten“ der Tageszeitungen.
In Gemeinschaft mit den Nachrichten des Handelsteils, den Depeschen,
den vom Berliner Hause und anderen befreundeten Firmen zugegangenen
Mitteilungen und „Stimmungsberichten“ — auf die Wochenberichte der
Großbanken wird noch zurückzukommen sein — bilden sie eine gute Informationsquelle
 für die dem Publikum Auskunft erteilenden Bankiers und
Bankbeamten.
Der Bankbeamte kann natürlich nicht alle Emissionskurse und Emissionsdaten,
 Statistiken, Ausweise, Dividenden, Kursveränderungen usw.
im Kopf haben. Dafür gibt es zahlreiche gute Börsenhandbücher und
Börsentabellen, den „Saling“, die „Berliner Börse“, das „Handbuch der
deutschen Aktiengesellschaften“, den ,, Zinsschein-Schütz“, „Schneider-Dahlheim“,
 „Das Archiv“ u. dgl. m.!). Wissen muß der um eine Auskunft
Befragte nur, wo er das Material rasch findet 3 und diese Handbücher
and Kartotheken (Spezial-Archiv) müssen zur Stelle sein.
Kann man eine Auskunft nicht erteilen, weil man nicht informiert ist, so ist
88 immer besser, dies einzugestehen, als im Dunkeln herumzutappen und den
Anfragenden mit allgemeinen Redensarten abzuspeisen und auf alle Fragen betreffs
Steigen oder Fallen der Kurse die stereotypen Antworten zu geben: „Es liegt in
der politischen Lage.“ „Die Geldmarktverhältnisse sind schuld“ oder dgl.
Als Börsenzeit sind täglich 1% Stunden festgesetzt; die wenigen
Aufträge ließen sich aber auch bequem in einer halben Stunde ausführen.
Eigentliche Händler sind fast ausschließlich die Börsenvertreter. Die
Chefs, d. h. die Bankiers und die leitenden Bankdirektoren, besuchen zwar
auch mitunter auf kurze Zeit die Börse, aber meist nur, um dem Börsenvertreter
 Dispositionen hinsichtlich Aufnahme von Effekten, an denen die
Firma interessiert ist, zu geben oder um Verkäufe eigener Effekten bewirken
 zu lassen. Meist besitzen aber die Börsenvertreter in dieser Beziehung
 weitgehende Vollmacht, und da von der Börse direkte Leitungen

8. W. le Coutre, Literatur- und Quellennachweis zur Betriebswirtschaftsjehre.
 Berlin 1928. Das Betriebswirtschaftliche Schrifttum. Stuttgart,
 fortlaufend erscheinend.

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