nach den Büros bestehen, können sie sich im Zweifelsfalle rasch mit der
Direktion in Verbindung setzen. Einige Chefs handeln auch Devisen und
Privatdiskonten, geben „tägliches Geld“ weg und nehmen solches auf-An
 der Börse handelt man nicht nur, sondern bespricht auch, meist
im Plauderton, neue gemeinschaftlich vorzunehmende Geschäfte (Übernahme
 von Anleihen, Gründungen), unterhält sich über gemeinschaftliche
Engagements, zieht Auskünfte ein und erteilt solche. Aus diesem Grunde
besuchen an einigen Orten auch die Reichsbankdirektoren die Börse, obgleich
 sie keine Börsengeschäfte zu erledigen brauchen, denn die Aufträge,
die die Reichsbankanstalt der Börse zu erteilen hat, gibt sie dem Makler,
der sie aus dem Büro der Reichsbank abholt.
Der Assistent des Börsenvertreters, ein älterer Lehrling, für den allgemein
 die Bezeichnung galopin (Läufer) geprägt ist, vermittelt in der
Hauptsache den Verkehr zwischen der Börse und dem Büro. Er meldet
die Kurse, sagt, wie „Berlin“ und „Frankfurt“ kommen, wie die Tendenz
ist, und nimmt Orders, die im letzten Augenblick noch im Büro gegeben
sind, entgegen. Findet ein Arbitrageverkehr statt, so spricht er, wenn der
Börsenvertreter verhindert ist, mit „Berlin“, d. h. dem Vertreter des Berliner
 Hauses, und meldet die Kurse der in Betracht kommenden Effekten.
Während der Börsenzeit finden sich in Zeiten lebhafteren Verkehrs
regelmäßig einige Kunden ein, die beabsichtigen, Börsengeschäfte abzuschließen.
 Auf Grund der telephonisch mitgeteilten Kurse geben sie ihre
Aufträge und erfahren evtl. nach einigen Minuten bereits deren Ausführung.
 Gutsbesitzer und andere Interessenten gehen mitunter auch, sei
es, um sich für Lokoware einzudecken, sei es in spekulativer Absicht,
Termingeschäfte in Zucker ein. Diese Orders werden nach Magdeburg
oder nach Hamburg gelegt. So spielt sich gerade während der Börsenzeit
in den Sprechzimmern der Firma oft ein recht lebhafter Verkehr ab.
Nach Schluß der Börse bringt der Lehrling oder ein Bote das Börsenbuch,
 in dem die Ausführungen eingetragen sind, nach dem Bankbüro,
und ein oder mehrere Beamte beginnen mit der Ausschreibung der Effektenrechnungen,
 die mit mehreren Durchschlägen, für die oben angegebenen
Zwecke, angefertigt werden. Der Effektenkassierer bewirkt die Umschreibungen
 fürs Sammeldepot oder gibt die verkauften Effekten zur Ablieferung
 heraus. Die Nummern werden auf der Rechnung notiert, die Effekten
werden gebändert und durch den Kassenverein an die Käufer geliefert. Die
von der Firma an der Börse gekauften Effekten gehen durch den
40 Obst, BGI. 9.A.

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