Um 1% 10 etwa ist die Post von den Korrespondenzehefs und den Direktionsprokuristen
 durchgesehen, und diese begeben sich dann mit einigen
wichtigen Briefen, bei denen sie allein die Entscheidung nicht treffen
mögen, ins Direktionszimmer, um sich mit den Ressort-Direktoren darüber
 zu beraten.
Wertsendungen werden von den einzelnen Büros in verschlossenen
 Behältern an die Wertpost-Versandabteilung gegeben.
Durch Kontrollbeamte wird geprüft, ob die Versendung tatsächlich erfolgt
 ist. Eine gewisse Kontrolle besteht auch schon darin, daß die Avise
über die Wertsendungen gesondert abgehen.
In den ersten Nachmittagsstunden häufen sich die Briefe beim Korrespondenten.
 Die von ihm geschriebenen Briefe gibt der Korrespondent
dem Kontrolleur, der an Hand der Abrechnungen der einzelnen Abteilungen
 noch einmal alles prüft, die beantworteten Briefe im Eingangsbuche
 abstreicht und diese dem Korrespondenzchef, dessen Pult er teilt,
zur Unterschrift reicht *). Dieser prüft noch einmal flüchtig, bevor er (an
zweiter Stelle) unterschreibt. Dann wandert der Brief zur (ersten) Unterschrift
 an die Direktionsprokuristen oder an einen Direktor. Von dort führt
ihn der Fahrstuhl an die im Keller befindliche Expedition, wo er seiner
Beilagen entledigt, kuvertiert, maschinell frankiert und expediert wird.
Morgens findet jeder Korrespondent die Kopien aller von ihm tags
zuvor geschriebenen und der zugehörigen angekommenen Briefe und Belege,
 die von der Buchbinderei zusammengeheftet sind, auf seinem Platz.
Er stellt fest, ob alle Briefe erledigt und kopiert sind, und trägt das Abgangsdatum
 von Briefen solcher Kunden, mit denen nicht täglich korrespondiert
 wird, in sein Briefregister ein; beim nächsten Briefe braucht er
dann nicht erst die Kopien daraufhin durchzusehen.
Weiter bucht jeder Korrespondent, soweit es sich nicht um Filialen
oder Kunden, die unbeschränkten Kredit genießen, handelt, den auf
Grund der Ein- und Ausgänge sich ergebenden Saldo in sein staffelförmig
 geführtes „Laufbuch“. Der täglich gezogene Saldo zeigt, ob und
in welcher Höhe der Kunde noch disponieren darf. Durch Einführung des
täglichen Kontokorrents ist die Führung des Korrespondenten-Laufbuches
wesentlich vereinfacht worden.

1) Bei einigen Banken besteht die Einrichtung des 2. Korrespondenz-Kontrolleurs.
Dessen Aufgabe besteht dann darin, mit einer Anzahl banktechnisch wenig geschul
ter Kräfte (Maschinenschreiberinnen usw.) die von diesen zu erledigende Post zu be
sprechen oder ihnen zu diktieren und nachher durchzusehen.

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