Aus dem Akzeptbuch werden die Akzepte ins Verfallbuch übertragen,
das auch als Grundlage für die Kassendispositionen dient. Einige Tage
vor Verfall werden sie dem Kassenverein, bei dem zur Vereinfachung des
Zahlungsverkehrs die Mehrzahl der Berliner Banken und Bankiers ihre
Akzepte zahlbar stellt, avisiert mit dem Ersuchen, sie zu Lasten ihres
Kontos einzulösen. Die Vorlegung erfolgt in der Abrechnung des Kassenrereins
 oder im Reichsbank-Clearing.

Der Domizilschalter, Nicht nur seitens derjenigen, die ein laufendes
Konto unterhalten, sondern auch von anderen werden oft Wechsel bei
aner Bank zahlbar gemacht. Entweder wünscht dies der Aussteller des
Wechsels, der sein Konto bei der betreffenden Bank hat, oder es geschieht,
weil der Bezogene seinen Wohnsitz an einem Orte hat, der nicht Bankplatz
 ist, oder aber es soll durch das Domizilieren die wahre Natur des
Wechsels verhüllt werden 1).
Die Technik der Domizileinlösung gestaltet sich in. folgender Weise:
Der Bezogene, oder ein anderer, zahlt den Domizilbetrag an der Kasse
ein oder sendet das Geld mittels Postscheck, Wertbrief, Giroüberweisung
asw. oder läßt die Zahlung von dritter Seite bewirken. Stets aber muß
das Domizil, das dagegen eingelöst werden soll, genau bezeichnet sein.
Wird das Domizil avisiert und z. B. gesagt, der Gegenwert werde durch
Qiroüberweisung der Firma Paul Schmidt erfolgen, so wird der Korrespondenzchef
 auf den Brief den Stempel „Domizil“ drücken und darunter
den Vermerk „kombiniert“ setzen, d. h.: der Beamte, der die Domizile
unter sich hat, soll das Domizil erst einlösen, wenn der Gegenwert zuzüglich
 Provision eingegangen ist. Ist die Provision nicht beigefügt, so
wird sie mittels Nachnahme erhoben; sind es unsichere Personen, so wird
nur der um die Provision gekürzte Betrag auf das Domizil abgezahlt. und
über den Restbetrag wird Protest erhoben.
Auf Grund der vom Korrespondenzchef gezeichneten Avise werden
die Domizile im Domizilbuch mit Angabe der Summe, des Verfalltages,
des Bezogenen, Ausstellers usw. eingetragen; und weiter wird angegeben,
zu wessen Lasten die Einlösung erfolgen, und ob sie von Geldeingängen
der einer Anfrage beim Korrespondenzchef abhängig sein soll.
Die Domizile werden vorgelegt 1. direkt am Schalter, 2. durchs Wechselbüro,
 indem die Bank sie selbst in ihrem Portefeuille hat oder sie ihr

?) Zu bedauern ist, daß manche Banken und Bankfirmen nicht energisch gegen
mißbräuchliche Benutzung als Domizilstelle Front machen.
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