Die Reserven, die gehalten werden müssen, sind natürlich nicht immer
gleich. Langjährige Erfahrung ermöglicht es den Kassendisponenten, den
richtigen Maßstab zu finden, daß nicht zu viel Geld müßig in den Kassen
ruht, daß andererseits aber auch nicht so knapp disponiert ist, daß die
Auszahlungskassierer in ewiger Angst schweben, bei plötzlichen größeren
Abhebungen den Anforderungen nicht genügen zu können. Für den Notfall
 hat die Bank einen größeren Posten Effekten bei der Reichsbank liegen,
auf Grund deren sie jederzeit Geld auf Lombardschein abheben kann. Im
allgemeinen wird sie das Lombard nur im äußersten Falle benutzen; tut
sie es, so wird sie die entnommenen Beträge baldmöglichst wieder zurückzahlen,
 einmal, um das Lombard wieder für einen Notfall freizubekommen.
 dann aber auch. um Zinsen zu sparen.

4, Die Kupon- und Sortenkasse.

Kupon- und Sortenkasse sind in einem Raum. Die Tätigkeit der
Kuponkasse besteht 1. in Annahme und Ankauf von Kupons und Divi-Jendenscheinen
 und 2, in deren bestmöglicher Verwertung. Dementsprechend
 sind auch die Arbeiten in der Kuponkasse verteilt. Ein weiterer
Unterschied bei der Verwertung wird gemacht zwischen Kupons und
Dividendenscheinen, bei denen die Bank als offizielle Einlösungsstelle
fungiert, und solchen, bei denen dies nicht der Fall ist.
Weiter wird unterschieden zwischen Kupons, die zu einem festen Betrage
 gezahlt werden, und solchen in ausländischer Valuta ausgestellten,
deren Ertrag vom Wechselkurse abhängig ist. Sind die Kupons in verschiedenen
 Ländern zahlbar, so werden sie natürlich dorthin gesandt, wo
sie sich am besten verwerten lassen. Ausländische Banken machen zeitweise
 diesbezügliche telegraphische und briefliche Offerten. Auch eine
Kuponarbitrage ist aus diesem Grunde mitunter nutzbringend.
Die Mengenverrechnung erfordert die Unterteilung des Zinsschein-3kontros
 nach Reichsmark, Sachwertanleihen und Fremdwährungen.
Kupons gehen ein: 1. vom Depot, es sind dies die einige Zeit vor Fälligkeit
 getrennten Kupons der bei der Bank aufbewahrten, im Depot
ruhenden Effekten der Kundschaft, 2. von einheimischen und auswärtigen
Kunden, die ihre Effekten, bzw. die Bogen, nicht in offenem Depot bei der
Bank liegen haben, 8. von Fremden und 4. von Banken und Bankiers,
die für Kupons, für die die Bank offizielle Einlösungsstelle ist, oft eine
Bonifikation bekommen und für ausländische Kupons mit schwankender

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