sind -— schwer durchzuführen, Um die Arbeit nicht auf allzu kurze Zeit
anzuhäufen, lösen die Banken die festverzinslichen, auf inländische Valuta
lautenden Kupons bereits einige Tage vor Fälligkeit ein.
Die von der Bank eingelösten Kupons werden nach Effekten un Zahlstellen
 geordnet, verzeichnet und gebändert und dann bei den Zahlstellen
oder dem Emittenten eingelöst. Bei diesen stets dann, wenn die Bank
offizielle Einlösungsstelle dieser Kupons ist und als solche Anspruch auf
eine Einlösungsprovision hat, die zwischen 5 und 25 Rpf für 100 RM
schwankt. Einige Emittenten überweisen auch zur Einlösung der Kupons
und Dividendenscheine im voraus größere Beträge, die der Einlösungsstelle
 einige Zeit zinsfrei verbleiben.
Diese Einlösungsprovision teilen die Einlösungsstellen oft mit anderen
Banken und Bankiers, die nicht Einlösungsstelle sind und dann derjenigen
Bank ihre Kupons „bestimmen“, die ihnen die höchste Provision gewährt,
oder der sie sich sonst gern gefällig erweisen möchten. Auf diese Weise
durchwandern Kupons oft statt der 80—100 Schritt ebenso viele Meilen.
So ist z. B. für die Dividendenscheine der Handelsbank die Y-Bank in Dresden
Einlösungsstelle und erhält 20 Rpf Provision für je 100 RM eingelöste Dividendenscheine.
 Einige Zeit vor Fälligkeit ersucht die Y-Bank in Dresden die Bankfirmen
A, B, C, D und E in Berlin, F, G und H in Frankfurt a. M. und I und K in Hamburg,
 mit denen sie in laufendem Geschäftsverkehr steht, ihr die Dividendenscheine
der Handelsbank zu senden und sie für den Betrag zuzüglich !/» %/o0o Provision zu
belasten. Um Porto zu sparen, ermächtigt die Y-Bank die genannten Firmen, die
Dividendenscheine durchlocht, also bei einem etwaigen Verlust für einen Dritten
unverwertbar, in einem Einschreibebrief unversichert zu senden !).
Die am Schalter vorgelegten Kupons werden von der Kuponkasse nach
Richtigbefund ausgezahlt. Der Kassierer der Kuponkasse bucht in seiner
Kasse den Namen des Empfängers und den Betrag,
Die Mehrheit der Kupons geht aber im Verrechnungswege ein und wird
in der in der Kuponkasse geführten Kupon-Prima-Nota gebucht, die
wieder in eine Mark- und eine Valuten-Prima-Nota geteilt ist. Ebenso
erfolgt auch die Einlösung der Kupons größtenteils durch Verrechnung
(Clearing und Kassenverein); gehen die Beträge nach auswärts, so
werden sie meist über Kontokorrent- oder Scheck-Konto verbucht, Bei
kleineren Gesellschaften wird mitunter der Betrag der eingelösten Kupons

1) Mitunter tauschen Banken auch Kupons und Dividendenscheine aus. Die A-Bank
gibt der B-Bank alle Kupons und Dividendenscheine, für die diese Zahlstelle ist und
auf die sie sonst keine Bonifikation erhalten würde, zur Einlösung, und die B-Bank
üht dann Reziprozität.

tn