Die Depotabteilung gliedert sich in eine Abteilung für Sachkonten
und eine Abteilung für Personenkonten. Die Buchungen erfolgen auf
Grund der Belege und der Briefkopien, Weiter werden Abstimmungen
mit den Börsenjournalen und monatliche Stichproben mit den vorhandenen
 Effektenbeständen vorgenommen. Halbjährlich erfolgt eine Abstimmung
 der Personen- mit den Sachkonten, Eine Kontrolle bietet ferner der
für die Detachierungen im Depot angefertigte Auszug.
Halbjährlich oder jährlich wird den Deponenten ein Depotauszug gesandt.
 Er wird mit zwei Durchschlägen geschrieben, von denen einer in
der Bank verbleibt, während der andere vom Deponenten mit seiner Unterschrift,
 als Anerkenntnis der Richtigkeit, zurückerbeten wird.
Eine Rationalisierung in der Depotbuchhaltung ist bisher nicht erfolgt.
Der Ersatz der festgebundenen Bücher durch Kartothekkarten, wie sie bei
der Kontokorrent-Buchhaltung im Gebrauch sind, kann nicht als Rationalisierungsmaßnahme
 betrachtet werden, Die Verwendung von Maschinen
dürfte wenig Nutzen bringen, da das eigentliche Schreibwerk bei der Eintragung
 in die Depotbücher nur sehr gering ist.
Die Depotbuchhaltung bildet in der Regel ein in sich geschlossenes
Buchungssystem; durch die Effekten-Numerierung ist eine
wesentliche Vereinfachung geschaffen worden.

11. Das Archiv.

a) Die französischen Vorbilder.

Wenn man im Hauptgebäude des Credit Lyonnais in Paris 100 Stufen oder mehr
gestiegen ist, befindet man sich vor einer Tür, deren Schild die Aufschrift trägt:
„Service des Etudes financieres‘“. Wie der Kopf mit dem Gehirn die Krönung des
Menschen, so sagte einmal ein Franzose, ist der im obersten Stockwerk befindliche
„Service des Etudes financieres‘“ das geistige Haupt der Bank.
Ehe man einem fremden Staat oder irgendeinem Unternehmen Geld leiht, muß
man Land und Leute, die Einnahmequellen, den Stand der Finanzen usw. kennen,
muß man über das Unternehmen in jeder Weise informiert sein. So dachte Henry
Germain (+ 1905), als er in seinem Institut den Service des Etudes finanei&amp;res schuf.
Als ich im Herbst 1902 die Einrichtung dieser Abteilung kennenlernte, waren in
ihr etwa 60 Beamte — Ingenieure, Techniker, Nationalökonomen, Juristen, Bankbeamte
 und Schreiber — tätig.
In ‚einer Abteilung werden Jahresberichte, Statuten und Informationen über inund
 ausländische Unternehmungen gesammelt. Einige Beamte dieser Abteilung befinden
 sich dauernd auf Reisen; sie besuchen Länder, über deren Industrie, Bergbau
oder Handel die Bank informiert zu sein wünscht, und erteilen nehen periodischen
Berichten Auskünfte auf spezielle Anfragen.