sofort zur Hand zu haben. Aber auch der Information der einzelnen
Büros der Bank sollten sie dienen, so z. B. für die Zusammenstellung von
Prospekten. An diese Sammlung wurde eine kleine fachwissenschaftliche
 Bibliothek angeschlossen.
Auf ähnlicher Grundlage wurde später das Archiv der Deutschen
Bank aufgebaut.
Diese beiden Archive waren die umfangreichsten und hatten wirtschaftlich
 geschulte Archivare. Andere Banken, soweit sie überhaupt derartige
 Abteilungen eingerichtet hatten, beschränkten sich lange Zeit auf
das Sammeln von Zeitungsausschnitten und Geschäftsberichten. Ein sachkundiger
 Leiter war meist nicht vorhanden, und die Hauptarbeit leistete
vielfach der Buchbinder. „Unproduktive Arbeit!“ sagte die Direktion —
so wie die Arbeit ausgeführt wurde, konnte sie auch kaum von Nutzen
sein — und bewilligte nur knappe Mittel und düstere Räume für diese
Abteilung.
Im Jahre 1903 schuf die Dresdner Bank, nach französischem Muster,
ein Archiv. Ihr erster Archivar war Dr. Hjalmar Schacht. Auch die
Disconto-Gesellschaft und die Deutsche Bank hatten inzwischen. den Aufgabenkreis
 ihrer Archive wesentlich erweitert. Als ich im Januar 1910
mich über die Archiveinrichtungen der Berliner Großbanken informierte,
waren zu den Archiven der genannten drei Institute — neben dem der
Preußischen Zentralgenossenschaftskasse und der die Aufgaben eines
Archivs erfüllenden Statistischen Abteilung der Reichsbank — die Archive
 der Bank für Handel und Industrie, der Commerz- und Disconto-Bank
 und der Nationalbank für Deutschland hinzugetreten.
Heute ist die Zahl der Banken und großen Bankfirmen, die ein Bankarchiv
 besitzen, erheblich gestiegen. Das Tätigkeitsgebiet ist verschieden.
Überall aber bestehen die Aufgaben in der Materialsammlung, in
der Materialverarbeitung und in der Nutzbarmachung
des Materials.

c) Gegenwartsaufgaben der deutschen Bankarchive.
Soll das Archiv über alle wichtigen wirtschaftlichen Fragen des In- und
Auslandes sehnell und erschöpfend Auskunft erteilen, so muß zunächst
das Materialgesammeltund geordnet werden. Um über die
Lage aller Industrie- und Handelszweige, deren Absatz- und Rohstoffmärkte,
 über den Beschäftigungsgrad usw. laufend unterrichtet zu sein,

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