Antrag der Kunden mit Auskünften und ihrem Gutachten an die Hauptdepositenkasse
 gegeben, die auch ihrerseits eine Prüfung vornimmt und
die von ihr gutgeheißenen Anträge der Direktion vorlegt, die nun die Entscheidung
 trifft.
Die Kontokorrente und Depotauszüge müssen, bevor sie herausgehen,
der Hauptdepositenkasse vorgelegt werden. Die Bilanz wird halbjährlich
gezogen und der Gewinn an die Hauptdepositenkasse übertragen. Die
Hauptgewinne liegen naturgemäß auf Zinsen- und Provisionskonto. Die
Bank verzinst die Depositengelder der Depositenkassen 1% unter Banksatz
und fordert fürs Debet 1% über Banksatz!). Das günstigste Ergebnis
erzielen prozentual natürlich diejenigen Kassen, deren Debitoren und Kreditoren
 sich ungefähr die Waage halten. Indirekt erweisen sich die Depositenkassen,
 die in den ersten 2—3 Jahren oft nicht einmal ihre Unkosten
decken, insofern nutzbringend, als sie in ihrer Kundschaft ein aufnahmefähiges
 Publikum für die Emissionen der Bank besitzen.
Die Gewinne sind z. T. durch die Art der Kundschaft (Geschäftsgegend,
Rentnerpublikum) bedingt. Firmen sind häufig im Debet (also Zins- und
Provisionsgewinne für die Depositenkasse), während Rentner oft größere
Beträge gut haben (also Zinsgewinne für die Depositenkasse). Lebhaftes
Börsengeschäft bringt Einnahmen auf Provisionskonto. Depositenkassen
mit Geschäftskundschaft erzielen meist auch größere Gewinne auf Wechselund
 auf Devisenkonto.
Eine Tantieme vom Reingewinn ihrer Kasse erhalten die Vorsteher der
Handelsbank, im Gegensatz zu einigen anderen Banken, nicht 2).

1) Dieser Grundsatz besteht bei mehreren Banken; andere Banken rechnen den
durchschnittlichen Zinsfuß des Jahres usw.; einige andere wieder berechnen den
Depositenkassen im Debet und Kredit den gleichen Zinsfuß. belasten sie aber anteilig
 für die Unkosten der Hauptbank.
2?) Bei einigen Banken erhalten die ersten Vorsteher neben ihrem Gehalt 3—5 %/9,
die zweiten Vorsteher 2-—4 %9 des Reingewinnes ihrer Depositenkasse als Tantieme;
als Unkosten werden vom Bruttogewinn die persönlichen und sachlichen Unkosten
der betreffenden Kasse, weiter die von der Direktion erforderlich erachteten Abschreibungen
 auf Kontokorrent- und Inventarkonto und der Beitrag, den die Depositenkasse
 auf Grund ihrer Umsätze oder ihres Gewinnes — der diesbezügliche Schlüssel
ist bei den einzelnen Instituten verschieden — zu den Unkosten der Zentrale beizutragen
 hat, .
Beim Credit Lyonnais in Paris fand ich folgende, etwas komplizierte Berech -
nungsmethode: Die den Kunden und damit auch der Depositenkasse belastete
Provision wird dieser wieder gutgeschrieben, ebenso ein Teil der dem Kunden in

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